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Abdeckung der Halde Niedersachsen in Wathlingen, Landkreis Celle - Vorzeitiger Beginn zugelassen

Die K+S Baustoffrecycling GmbH hat die Abdeckung der Halde „Niedersachsen“ in Wathlingen, Landkreis Celle, beantragt. Am 06.06.2019 hat das LBEG den vorzeitigen Beginn für den Bau der Recyclinganlage zugelassen.


Die Antragsunterlagen, die 1. Planänderung sowie die Zulassung des vorzeitigen Beginns für die Recyclinganlage sind vollständig online abrufbar. Siehe auch Allgemein verständliche Zusammenfassung.


Projekt:

Abdeckung der Kalirückstandshalde „Niedersachsen“ in 29339 Wathlingen


Vorhabenträger:

K+S AG, vertreten durch die K+S Entsorgung GmbH, vertreten durch die K+S Baustoffrecycling GmbH, Glückauf Straße 50, 31319 Sehnde


Antragsgrundlage:

§ 52 Abs. 2c Bundesberggesetz (BBergG) in Verbindung mit § 1 Nr. 1 aa) der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung bergbaulicher Vorhaben (UVP-V Bergbau) Für die Genehmigung des Vorhabens ist ein bergrechtliches Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung durchzuführen.

Verlauf des Genehmigungsverfahrens:

09.09.2015
Antragskonferenz (Scoping)
12.12.2017
Antragseingang
16.01. - 15.02.2018
Auslegung der Antragsunterlagen (Flotwedel, Uetze, Wathlingen)
23.01. - 22.02.2018
Auslegung der Antragsunterlagen (Burgdorf)
15.03.2018
Ende der Einwendungsfrist (Flotwedel, Uetze, Wathlingen)
22.03.2018
Ende der Einwendungsfrist (Burgdorf)
07.01. - 09.01.2019
Erörterungstermin: Träger öffentlicher Belange und Naturschutzvereinigungen, 1. Teil
10.01. - 11.01.2019
Erörterungstermin: Einwendende und Betroffene
07.02.2019
Erörterungstermin: Träger öffentlicher Belange und Naturschutzvereinigungen, 2. Teil
23.04.2018
Antrag auf Zulassung des vorzeitigen Beginns sowie auf Anordnung der sofortigen Vollziehbarkeit für
- den Bau des Recyclingplatzes und für
- die Gewässerbenutzung im Rahmen der Baugrubenwasserhaltung des Regenrückhaltebeckens
07.05.2019
Eingang der 1. Planänderung
06.06.2019
Zulassung des vorzeitigen Beginns und Anordnung der sofortigen Vollziehbarkeit für
- den Bau des Recyclingplatzes und für
- die Gewässerbenutzung im Rahmen der Baugrubenwasserhaltung des Regenrückhaltebeckens

Vorhabensbeschreibung:

Im Kaliwerk Niedersachsen in Wathlingen wurde Kalisalz gewonnen und verarbeitet. Die salzhaltigen Produktionsrückstände wurden überwiegend wieder in die untertägigen Hohlräume verbracht, überschüssiges Material wurde auf die Rückstandshalde Niedersachsen aufgeschüttet.

1997 wurde das Werk stillgelegt und die übertägigen Fabrikgebäude anschließend rückgebaut. Seit 2007 wird das Bergwerk planmäßig geflutet.

Niederschläge, die auf die Rückstandshalde fallen, führen zu einer Lösung der im Haldenmaterial enthaltenen Salze. Das aufgesalzene Niederschlagswasser fließt gegenwärtig überwiegend oberflächlich von der Halde ab. Es wird von einem die Halde ringförmig umschließenden Haldenrandgraben gefasst und dem untertägigen Grubengebäude zugeführt. Ein gewisser Eintrag von salzhaltigem Niederschlagswasser in den umgebenden Boden und das Grundwasser lässt sich dennoch nicht ausschließen.

Die K+S Baustoffrecycling GmbH plant deshalb, die Rückstandshalde mit geeignetem Boden- und Bauschuttmaterial abzudecken und anschließend zu begrünen. Damit soll die Neubildung von salzhaltigen Wässern signifikant reduziert und eine nachhaltige und dauerhafte Verbesserung der Umweltsituation an der Rückstandshalde erreicht werden.

Nach Fertigstellung der Haldenabdeckung und einer Nachlaufphase von etwa 10 Jahren, spätestens jedoch mit Abschluss der Flutung des Grubengebäudes, soll das dann noch als Oberflächenabfluss und Drainageaustritt anfallende Wasser in die Fuhse eingeleitet werden.

Das Gesamtvorhaben umfasst neben der eigentlichen Abdeckung und Begrünung der Kalirückstandshalde eine Bauschuttrecycling-Anlage (RC-Anlage) und eine Löseanlage.

Aufgaben der RC-Anlage sind die Aufbereitung von Bauschutt zur Herstellung von Abdeckmaterial bestimmter Körnungen und Qualitäten sowie die Zwischenlagerung der angelieferten Abdeckmaterialien. Die Löseanlage dient der Auflösung von abgefrästem Rückstandssalz und der Einspülung der dabei entstehenden Salzlösung in das Grubengebäude.

Beantragt werden 3 Varianten, die sich hinsichtlich des Flächenverbrauchs, der Menge an benötigtem Abdeckmaterial und der Zeitdauer unterscheiden. Je nach Variante beträgt die Grundfläche der abgedeckten Halde 34,6 bis 41,4 ha, die Menge des Abdeckmaterials 9,68 bis 14,9 Mio. t und die Vorhabensdauer 16,1 bis 24,8 Jahre.

Der Betrieb soll ausschließlich werktags während der Tagzeit zwischen 06:00 und 22:00 Uhr stattfinden, in der Regel jedoch nur montags bis freitags zwischen 07:00 und 17:00 Uhr. Täglich wird mit 200 Fahrten pro Tag für die Anlieferung des Abdeckmaterials sowie 100 Fahrten von Beschäftigten, Handwerkern u.a. gerechnet.

Wirkfaktoren des Vorhabens sind u.a. Verkehr, Lärm, Staub, Erschütterungen, die erhöhte Sichtbarkeit und erhöhte Verschattungswirkung der Halde, Flächeninanspruchnahme, Anpassung / Verlegung von Wirtschaftswegen sowie die Einleitung von Wässern in den Fluss Fuhse.

Durch den vorhabensbedingten Zusatzverkehr können neben Wathlingen auch benachbarte Ortschaften wie Nienhagen, Eicklingen und Hänigsen betroffen sein.

Weiter werden im Vorhabensbereich sowie im angrenzenden FFH-Gebiet Nr. 98 „Brand“ (DE-3426-301) Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen durchgeführt, die mit einer Änderung der Flächennutzung verbunden sein können.


 
Artikel-Informationen

07.06.2019

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