Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie klar

Auswirkungen des Klimawandels auf die potenzielle Beregnungsbedürftigkeit

Im Nordosten Niedersachsens ist die natürliche Wasserversorgung der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen oft nicht ausreichend. Bedingt durch überwiegend sandige Böden mit geringer Wasserspeicherkapazität ist bereits heute eine zusätzliche Feldberegnung auf vielen Ackerflächen notwendig, um den Ertrag und die Qualität zu sichern und gegebenenfalls zu erhöhen.

Mit dem Klimawandel werden steigende Temperaturen und eine Veränderung in der Verteilung der Niederschlagsmengen erwartet. Es ist mit einer Verlagerung der Niederschläge von den Sommermonaten in die Wintermonate zu rechnen.

In Abbildung 1 ist die Entwicklung des mittleren Jahresniederschlags unter Klimawandelbedingungen dargestellt. Die blaue Kurve zeigt den Jahresgang des mittleren Niederschlags für den vom Deutschen Wetterdienst (DWD) erhobenen Referenzzeitraum 1961-1990. Es ist die für diese Region typische Verteilung der Niederschläge zu erkennen, mit den höchsten Niederschlagsmengen im Sommer und den niedrigsten im Februar. Im zeitlichen Verlauf des Klimaszenariums ist deutlich zu erkennen, dass sich die Verteilung der Niederschläge im Jahresverlauf umkehrt.


Lüneburg Niederschlag  
Verteilung der prognostizierten Monatsniederschläge von April bis März für die Klimastation Lüneburg (WETTREG-Szenario A1B).

Die Folge der veränderten Niederschlagsverteilung ist eine Abnahme der Klimatischen Wasserbilanz der Hauptvegetationsperiode bis zum Ende des Jahrhunderts. Die Klimatische Wasserbilanz beschreibt das Ergebnis aus Niederschlag minus Verdunstung. Für die Landwirtschaft ist die Klimatische Wasserbilanz der Hauptvegetationsperiode entscheidend, diese umfasst die Monate Mai bis Oktober. Abbildung 2 zeigt die Klimatische Wasserbilanz der Hauptvegetationsperiode, gemittelt über das gesamte Untersuchungsgebiet Nordost-Niedersachsen. Die Graphik zeigt, dass bereits der Referenzzeitraum 1961-1990 im negativen Bereich liegt und somit die Verdunstung in der Vegetationszeit höher ist als der Niederschlag. Bis zum Ende des Jahrhunderts kann es im Zuge des Klimawandels zu einer drastischen Abnahme der Klimatischen Wasserbilanz der Hauptvegetationsperiode kommen.

KliWaBil Hauptvegetationsperiode  
Verlauf der klimatischen Wasserbilanz der Hauptvegetationsperiode, gemittelt über das gesamte Untersuchungsgebiet (WETTREG-Szenario A1B).

Resultierend aus den klimatischen Veränderungen während der Vegetationsperiode wird mit einer Zunahme der potenziellen Beregnungsbedürftigkeit sowie der beregnungsbedürftigen Flächen gerechnet. Ein Anstieg der potenziellen Beregnungswassermenge im Untersuchungsgebiet im Mittel um knapp 30 % wird prognostiziert. In Abbildung 3 ist die potenzielle Beregnungsbedürftigkeit für das Untersuchungsgebiet Nordost-Niedersachsen für den Referenzzeitraum 1961-1990 und für den Zeitraum 2071-2100 dargestellt. Es ist deutlich zu erkennen, dass der potenzielle Beregnungsbedarf auf vielen Flächen zunimmt.

Beregnungsbedürftigkeit  
Potenzielle mittlere Beregnungsbedürftigkeit im Untersuchungsgebiet für die Zeiträume 1961-1990 und 2071-2100 (WETTREG-Szenario A1B).

Besonders im Hinblick auf zukünftige Wassernutzungskonflikte steht die Landwirtschaft vor der Aufgabe, sich an die Klimaänderungen anzupassen und die steigende potenzielle Beregnungsbedürftigkeit durch Optimierung der Feldberegnung auszugleichen.

Im Geobericht 13 wird exemplarisch ein Untersuchungsgebiet in Nordost-Niedersachsen vorgestellt.

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Udo Müller

Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie
Stilleweg 2
30655 Hannover
Tel: +49-(0)511-643-3594
Fax: +49-(0)511-643-533594

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