Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie klar

Endlagerung radioaktiver Abfälle

Das LBEG berät in seiner Funktion als geologischer Dienst für Niedersachsen die Niedersächsische Landesregierung in geowissenschaftlichen Fragen der Endlagerung radioaktiver Abfälle.

Endlager Konrad:
Das ehemalige Eisenerzbergwerk Konrad bei Salzgitter wurde 2002 durch das niedersächsische Umweltministerium als "Anlage zur Endlagerung fester oder verfestigter radioaktiver Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeleistung" genehmigt.
Die radioaktiven Abfälle sollen in den eisenerzhaltigen Schichten des Mittleren Korallenooliths (Oberjura) in mehr als 800 m Tiefe eingelagert werden. Als geologische Barriere überdecken bis zu 400 m mächtige tonige Schichten der Unterkreide das Endlager. Der Ausbau zum Endlager soll bis ca. 2019 abgeschlossen sein.

Schachtanlage Asse II
In das ehemalige Salzbergwerk Asse II wurden von 1967 bis 1978 insgesamt 125.787 Fässer und Gebinde mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen eingelagert. Das Deckgebirge der an das Grubengebäude angrenzenden Südflanke des Asse-Sattels ist durch die bergbaulichen Aktivitäten stark beansprucht und geschädigt. Mindestens seit 1988 dringen salzgesättigte Wässer über Risse und Klüfte in das Bergwerk ein, ca. 12 Kubikmeter pro Tag.
Seit dem 1. Januar 2009 führt das Bundesamt für Strahlenschutz die Anlage unter Atomrecht. Nach Abwägung der verschiedenen Möglichkeiten zur Stilllegung (Vollverfüllung, Umlagerung und Rückholung) wurde die Rückholung der Abfälle als favorisierte Stilllegungsoption gewählt. Nach der am 28.02.2013 vom Bundestag als "Lex-Asse" beschlossenen Erweiterung und Anpassung des § 57b Atomgesetz, soll die Stilllegung der Schachtanlage Asse II erst nach der Rückholung der Abfälle erfolgen.

Bergwerk Gorleben
Der Salzstock Gorleben wurde seit 1979 obertägig, seit 1986 auch untertägig als möglicher Standort für ein Endlager für wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle erkundet. Nach einem 10-jährigen Moratorium wurde die untertägig Erkundung im Oktober 2010 wieder aufgenommen. Im Rahmen der Diskussion um das neue Standortauswahlgesetz wurde am 30. November 2012 die Erkundung des Salzstock Gorleben beendet.
Mit Inkrafttreten des Standortauswahlgesetzes am 23. Juli 2013 sind weitere Erkundungsarbeiten am Standort Gorleben nicht mehr zulässig. Allerdings bleibt der Standort Gorleben als potentieller Standort unter Anderen im Verfahren und muss sich den Ausschluss- und Prüfkriterien für ein Endlager von Beginn an im neuen Suchprozess stellen.

Standortauswahlgesetz vom 23.07.2013
Im Standortauswahlgesetz werden für ein Endlager für wärmeentwicklende radioaktive Abfälle in Deutschland Salz, Ton und Kristallin als mögliche Wirtsgesteine benannt.
Niedersachsen hat eine große Verbreitung an Salz- und Tongesteinen und wird somit vermutlich bei der neu aufzunehmenden Suche nach einem Endlager für wärmeentwicklende radioaktive Abfälle weiterhin als Suchraum betroffen sein.

Weiterführende Informationen finden Sie auch auf der Internetseite des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz.

LBEG untertage
Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
LBEG Geowissenschaftliche Arbeitsgruppe Endlagerung

Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie
Stilleweg 2
30655 Hannover

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