Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie klar

Kies und Sand

Kies und Sand sind wertvolle Rohstoffe für viele Industriezweige. Vor allem die Bauindustrie ist auf eine ausreichende Versorgung mit diesen Rohstoffen angewiesen.

Die Rohstoffgeologie des LBEG trägt durch Forschung, Datenerfassung und -auswertung sowie Beratung und Begutachtung entscheidend zur Sicherung der Versorgung mit diesem Rohstoff bei.

Kies und Sand gehören mengenmäßig zu den wichtigsten Rohstoffen des Landes. Rund 40 Millionen Tonnen pro Jahr werden davon allein in Niedersachsen und Bremen benötigt. Hauptverbraucher ist dabei die Bauindustrie. Aber auch andere Industriezweige, wie zum Beispiel die Eisen- und Stahlindustrie, die Glas- und Keramikindustrie und die chemische Industrie brauchen Kiese und Sande - zwar in geringeren Mengen aber dafür in sehr hoher Qualität.

Kies und Sand sind Korngrößenbezeichnungen (2-63 mm und 0,06-2 mm) für nicht verfestigte Sedimente. Die einzelnen Komponenten sind Mineral- oder Gesteinsbruchstücke, die bei der physikalischen und chemischen Verwitterung von Festgesteinen entstanden sind. Vor allem durch die Transportkraft von Wasser haben sich besonders in jüngerer geologischer Vergangenheit (Pleistozän) Anreicherungen von Kies und Sand gebildet, die als wertvolle Lagerstätten nutzbar sind.

Vorkommen

Aufgrund geologischer Gegebenheiten sind Kies und Sand in Niedersachsen ungleichmäßig verteilt. Kieslagerstätten finden sich bevorzugt an den Flussläufen von Weser, Leine, Oker, Oder, Sieber und Rhume. Schwach kieshaltige Sande sind besonders im Norddeutschen Tiefland verbreitet, allerdings sind die Qualitäten regional sehr unterschiedlich. Kiese aus den nordöstlichen Teilen des Landes haben teilweise Anteile an alkalireaktiven Bestandteilen, die ihre Verwendbarkeit bei der Betonherstellung einschränken.

Verbrauch von Sand und Kies  
Verwendung von Sand und Kies in Niedersachsen

Versorgungslage

Die Bauindustrie ist wesentlich von der Verfügbarkeit von Sand und Kies aus verbrauchernahen Lagerstätten abhängig, denn die Transportkosten dieser Massenrohstoffe übersteigen die Kosten für Gewinnung und Aufbereitung bei größeren Entfernungen häufig um ein Mehrfaches. Darüber hinaus führen Schwerlasttransporte über lange Strecken zu einer erheblichen Belastung der Umwelt und der Verkehrswege. Besonders problematisch ist, dass die vorhandenen Lagerstättenflächen aufgrund von anderen Nutzungsansprüchen, wie zum Beispiel der Grundwassergewinnung, dem Naturschutz oder der Bauleitplanung, nur zu etwa einem Drittel für die Rohstoffgewinnung genutzt werden können. In einigen Regionen muss der Kiesverbrauch schon durch Zulieferungen aus anderen Bundesländern und dem Ausland gedeckt werden.

Tätigkeiten des LBEG

  • Erfassung und Beurteilung der Vorkommen von Kies und Sand sowie von Industriesanden in Niedersachsen im Hinblick auf lagerstättenkundliche und wirtschaftsgeologische Aspekte.
  • Erstellung von Stellungnahmen zu Abbauanträgen und zu den Plänen der Landes-, Regional- und Bauleitplanung (Rohstoffsicherungsplanungen).
  • Beratung von Behörden bei Verkauf oder Verpachtung von Grundstücken der öffentlichen Hand, unter denen mineralische Rohstoffe lagern.
  • Organisation und Initiierung von Forschungsarbeiten und Entwicklung neuer Untersuchungsmethoden.
  • Dokumentation und Archivierung von Untersuchungsergebnissen und nach erfolgter Auswertung, Verfügbarkeit in Form von Berichten, Gutachten, Karten und Publikationen für Auftraggeber und die Öffentlichkeit.
Kiesabbbau Brelingen/Region Hannover

Kiesabbbau Brelingen/Region Hannover

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dipl.-Geologe Jörg Mandl

Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie
Stilleweg 2
30655 Hannover
Tel: +49-(0)511-643-2455
Fax: +49-(0)511-643-532455

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