Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie klar

Massenbewegungen, Sicherung von Hängen und Böschungen


to english version:

Das Versagen von natürlichen Hängen und durch technische Eingriffe hergestellten Böschungen kann Menschen und Wirtschaftsgüter gefährden.

Im Verkehrswegebau entstehen bei der Herstellung von Dämmen oder Einschnitten Böschungen. In Abhängigkeit der örtlichen Gegebenheiten und Materialeigenschaften dürfen diese eine bestimmte Neigung nicht überschreiten, um die Gefahr eines Böschungsbruchs zu vermeiden.

Beispiel zur Untersuchung einer Böschungsstandsicherheit mit Sicherungsmaßnahmen  
Beispiel zur Untersuchung einer Böschungsstandsicherheit mit Sicherungsmaßnahmen
Der Nachweis einer ausreichenden Böschungsstandsicherheit erfolgt unter Berücksichtung der:
  • Böschungsgeometrie
  • vorhandenen Belastungen / Auflasten / Eigengewicht der Böschung
  • Grundwasserverhältnisse sowie
  • Art und den Eigenschaften der anstehenden geologischen Verhältnisse.


Oftmals wird aufgrund beengter Platzverhältnisse die Herstellung einer sehr steilen Böschnungsneigung erforderlich. Reichen dann die festigkeits- bzw. böschungsstabilisierenden Eigenschaften des anstehenden "Bodens" nicht aus, kann die Böschung durch verschiedene Maßnahmen (Schwergewichtsmauer, Geotextilien, Vernagelung, Spritzbeton und andere) gesichert werden.

Natürlich entstandene geneigte Geländeflächen hingegen werden als Hänge bezeichnet und befinden sich in der Regel in einem so genannten bodenmechanischen Gleichgewicht, das Rutschungen oder Abbrüche verhindert. Gelegentlich kommen auch in Niedersachsen Rutschungen z.B. aufgrund der Änderung von Witterungsbedingungen vor. Starkregen oder lang anhaltende Regenfälle zum Beispiel durchnässen Böden und Gestein. Dies kann unter anderem zu einer Erhöhung des Gewichtes des Hangs oder zu einer Reduzierung der Materialfestigkeit führen. Im ungünstigsten Fall wird hierdurch das boden- / felsmechanische Gleichgewicht gestört und es kommt zum Abgleiten oder Abbrechen der Hanggesteine.

Momentaufnahmen einer Böschungssicherung von 2001 bis 2007
Momentaufnahmen einer Böschungssicherung von 2001 bis 2007
Das Risiko eines Hang- oder Böschungsrutsches hängt somit von den böschungsstabilisierenden Kräften ab, die wiederum von klimatischen Faktoren (z.B. Frost, Regen u.a.) beeinflusst werden. Im LBEG liegen Kenntnisse der böschungsstabilisierenden Eigenschaften für viele rutschungsempfindliche Boden- und Felsarten vor, die durch bodenmechanische Laboruntersuchungen und geophysikalische Untersuchungen gewonnen wurden.

Das Referat Bauwirtschaft, Baugrund und Georisiken berät zu möglichen Sicherungs- und Stabilisierungsmaßnahmen oder auch zur Verbreitung rutschungsempfindlicher Boden- und Felsarten.


zur deutschen Version:
Mass movements, stabilising slopes and embankments

Failure of natural slopes and engineered embankments may present a hazard to the population and economic assets.

Slopes are created in highways engineering projects where embankments or cutting are created. In order to counter the danger of slope failure they may not exceed a defined angle, depending on the local conditions and material properties.

Example of a slope stability investigation with stabilising measures  
Example of a slope stability investigation with stabilising measures

The following factors are taken into consideration when analysing for sufficient slope stability:

  • slope geometry;
  • existing loads/surcharges/self-weight of slope;
  • groundwater conditions and;
  • type and properties of the local geology.


Often, a very steep slope is required due to the lack of available space. If the strength or the slope-stabilising properties of the ground are insufficient, the slope may be stabilised using a variety of measures (gravity walls, geotextiles, soil nailing, shotcrete and others).

Naturally sloping terrain, on the other hand, is referred to as a slope and is generally in geotechnical equilibrium, thus preventing landslides or other failures. Occasionally, landslides also occur in Lower Saxony as a result of changing weather conditions. Periods of heavy or extended rainfall, for example, saturate soils and rocks. Among other things, this may lead to an increase in the weight of the slope or a reduction in the strength of the slope material. In the most unfavourable case the soil/rock mechanics equilibrium may be disturbed and the slope begins to slide or the rocks in the slope fail.

Stabilisation measures on a slope between 2001 and 2007
Stabilisation measures on a slope between 2001 and 2007

The risk of a slope or embankment slide therefore depends on the forces stabilising the slope, which in turn are influenced by climatic factors (e.g. frost, rain, etc.). LBEG has experience of the slope stabilising properties of numerous slide-prone rock and soil types, acquired from soil mechanics laboratory testing and geophysical surveys.

The construction industry, building ground and georisks section advises on possible securing and stabilising measures or on the distribution of slide-prone soil and rock types.

Herstellung Böschungsnagel

Herstellung eines Böschungsnagels

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr.-Ing. Thomas Nix

Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie
Stilleweg 2
30655 Hannover
Tel: +49-(0)511-643-3422
Fax: +49-(0)511-643-533422

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln