Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie klar

Subrosion

In Teilen Niedersachsens, wie zum Beispiel im Südharz, gibt es wasserlösliche Kalk-, Gips- oder Salzgesteine, die durch zirkulierendes Grundwasser gelöst und ausgelaugt werden können. Diesen Vorgang nennt man Subrosion oder Verkarstung. Unter den klimatischen Verhältnissen Mitteleuropas werden vorwiegend Steinsalz und Gipsstein als leicht lösliche sowie Kalkstein und Dolomit als mäßig lösliche Gesteine ausgelaugt. Die verschiedenen Gesteinsarten werden auf unterschiedliche Weise gelöst und prägen das typische Landschaftsbild in Karstgebieten.

Gipsstein, Kalkstein und Dolomit sind wegen ihrer zahlreichen Spalten und Klüfte gut durchlässig für Grundwasser. Die Gesteine werden dadurch nicht nur an der Oberfläche gelöst. Ausgehend von Klüften und Spalten entstehen in der Tiefe kleine Höhlensysteme. Erweitern sich diese Höhlensysteme im Laufe der Zeit, können die Höhlendecken einbrechen. Setzen sich diese Einstürze dann bis an die Erdoberfläche fort, bilden sich Erdfälle. Etwa 70 Prozent der Erdfälle haben in Niedersachsen einen Anfangsdurchmesser von bis zu fünf Metern.

Steinsalz tritt aufgrund seiner besonders hohen Löslichkeit in Niedersachsen nicht an der Erdoberfläche auf, sondern nur unter Bedeckung anderer Gesteine. Da Steinsalz für Flüssigkeiten und Gase undurchlässig ist und sehr selten Klüfte und Spalten besitzt, wird Salzgestein vorwiegend von seiner Oberfläche ausgehend flächig gelöst. An der Erdoberfläche entstehen weitläufige, schüsselförmige Senken oder Mulden.

Mit der Gefahrenhinweiskarte Verkarstung erfasst das LBEG systematisch verkarstungsgefährdete Gebiete für ganz Niedersachsen. Sie ist Grundlage für die Bewertung der Erdfallgefährdung, die aber für einzelne Bauvorhaben differenziert durchzuführen ist. Zu beurteilende Flächen und Bauwerke werden, abhängig von der Tiefenlage löslicher Gesteine und der Erdfallhäufigkeit, in Erdfallgefährdungskategorien 1 (keine wasserlöslichen Gesteine im Untergrund bekannt) bis 7 (junger oder aktiver Erdfall) eingestuft.

Art und Umfang möglicher baulicher Sicherungsmaßnahmen in erdfallgefährdeten Gebieten sind vom Grad der Gefährdung - d.h. der zugeordneten Erdfallgefährdungskategorie - abhängig. Die durch eine vom Niedersächsischen Sozialministerium eingesetzte Kommission entwickelte Herangehensweise akzeptiert Schäden an Bauwerken. Die Gebäude sind aber durch statisch-konstruktive Sicherungen so zu verstärken, dass Leben und Gesundheit von Menschen nicht gefährdet werden. Entsprechende statisch-konstruktive Anforderungen für Wohngebäude in erdfallgefährdeten Gebieten wurden mit Erlass des Niedersächsischen Sozialministers - „Baumaßnahmen in erdfallgefährdeten Gebieten", vom 23.02.1987 - für das Harzvorland verbindlich eingeführt. In anderen Gebieten können diese Anforderungen als Empfehlung verwendet werden.


 
 
 
 
Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr.-Ing. Thomas Nix

Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie
Stilleweg 2
30655 Hannover
Tel: +49-(0)511-643-3422
Fax: +49-(0)511-643-533422

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln