Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie klar

Geologische Karte von Niedersachsen 1 : 50 000

Frühgeschichtliche Hochwasserereignisse


Fachlicher Inhalt

Die Auswertungskarte „Frühgeschichtliche Hochwasserereignisse in Niedersachsen" (GFH50) ist eine aus dem digitalen Datensatz der Geologischen Karte von Niedersachsen 1 : 50 000 (GK50) abgeleitete Karte. Unter Berücksichtigung von Alter, Beschaffenheit und Entstehungsart geologischer Schichten werden in dieser Karte Flächen ausgewiesen, die in jüngerer geologischer Vergangenheit, d. h. in den hier als frühgeschichtlich zusammengefassten letzten 11 500 Jahren, von Überflutungen durch Flusshochwässer bzw. Sturmfluten betroffen waren. Diese Gebiete sind aus geologischer Sicht auch in Zukunft potenziell überflutungsgefährdet, da sich der natürliche Wasserhaushalt (z. B. Niederschlag, oberirdischer Abfluss) nicht wesentlich geändert hat.

Heute existierende wasserbauliche Schutzmaßnahmen, z. B. Deiche oder Dämme, werden im Kartenwerk nicht berücksichtigt. Die frühgeschichtlichen Hochwasserablagerungen vermitteln daher einen Eindruck, wie tief auch heute Überflutungsereignisse beim Versagen von Schutzmaßnahmen (z. B. Deichbruch) in das Hinterland eindringen können.

In der Karte wird zwischen „flächendeckend verbreiteten Ablagerungen frühgeschichtlicher Hochwasserereignisse" (Gefährdungsstufe 1) und „in Teilbereichen, z. B. in tieferliegenden Bereichen, verbreiteten Ablagerungen frühgeschichtlicher Hochwasserereignisse" (Gefährdungsstufe 2) unterschieden. In Gebieten mit Gefährdungsstufe 1 sind flächendeckende frühgeschichtliche Hochwasserablagerungen verbreitet, z. B. Aueablagerungen in Flusstälern oder Meeres- und Brackwasserablagerungen im Küstenraum. Versagen eventuell vorhandene Schutzmaßnahmen in diesen Gebieten, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Überflutungen zu rechnen. Die Gebiete der Gefährdungsstufe 2 liegen in der Regel höher als jene der Gefährdungsstufe 1. In Teilbereichen finden sich aber auch hier, zum Teil kleinflächig, frühgeschichtliche Hochwasserablagerungen. Eine Überflutungsgefährdung kann daher auch für die Zukunft nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Im Einzelfall ist die lokale geologische Situation zu bewerten.

Die Karte ist in digitaler Form und als analoge Kartenausgabe (Farbplot) direkt beim LBEG erhältlich. Darüber hinaus steht sie im Internet zur Verfügung.


Zielgruppe und Verwendungsempfehlung

Aufgrund der Maßstabsebene liefert die Karte einen regionalen Überblick über historische Hochwasserereignisse in Niedersachsen. Hieraus können Rückschlüsse über heutige potenziell hochwassergefährdete Gebiete abgeleitet werden. Die Karte eignet sich als Grundlage für die regionale Raum- und Landesplanung sowie zur Katastrophenvorsorge.

Frühgeschichtliche Hochwasserereignisse  
Geologische Karte von Niedersachsen 1 : 50 000 - Frühgeschichtliche Hochwasserereignisse

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dirk Prause

Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie
Stilleweg 2
30655 Hannover
Tel: +49-(0)511-643-3354
Fax: +49-(0)511-643-533354

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