Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie klar

GeoBerichte 15

Leitfaden für hydrogeologische und bodenkundliche Fachgutachten bei Wasserrechtsverfahren in Niedersachsen

Bei der Entnahme von Grundwasser sind grundsätzlich Auswirkungen auf den Wasser- und Naturhaushalt sowie auf Nutzungen Dritter möglich. Aus diesem Grunde werden im Rahmen eines behördlichen Zulassungsverfahrens Art und Umfang der entnahmebedingten Beeinflussungen geprüft und beurteilt. Damit soll sichergestellt werden, dass Beeinträchtigungen, soweit möglich, vermieden, minimiert oder in angemessener Weise ausgeglichen werden.

Die Auswirkungen einer Grundwasserentnahme sind von der Entnahmemenge und von den örtlichen hydrogeologischen und bodenkundlichen Gegebenheiten abhängig. Wesentliche Bestandteile eines Wasserrechtsantrags sind daher das hydrogeologische und gegebenenfalls (bei Auswirkungen auf den Bodenwasserhaushalt) das bodenkundliche Gutachten. In diesen Fachunterlagen sind das unterirdische Einzugsgebiet darzustellen und die mutmaßlichen Auswirkungen der beabsichtigten Entnahme auf den Grundwasserstand (Ermittlung des Ausmaßes und der Reichweite von Grundwasserabsenkungen), auf den Grundwasserhaushalt und auf die Grundwasserbeschaffenheit sowie die Veränderungen des Bodenwasserhaushalts einschließlich der dadurch hervorgerufenen Ertragsbeeinträchtigungen und Beeinflussungen der Vegetation zu ermitteln und zu bewerten.

Der vorliegende Leitfaden gibt Antragstellern und ihren externen bzw. internen Fachgutachtern sowie den Genehmigungsbehörden Empfehlungen und Hinweise im Hinblick auf die fachlichen Anforderungen an Wasserrechtsanträge. Das beschriebene Anforderungsprofil ist in erster Linie auf Grundwasserentnahmen zugeschnitten, bei denen eine Beteiligung des LBEG als Teil des Gewässerkundlichen Landesdienstes vorgesehen ist. Dies ist der Fall bei bedeutenden Entnahmemengen (größer als 250 000 m³/a im Lockergestein und größer als 100 000 m³/a im Festgestein), bei zu erwartenden wesentlichen Auswirkungen, wobei auch die Summenwirkung von kleineren Einzelentnahmen bedeutend werden kann, oder falls die fachliche Bewertung der Antragsunterlagen vertiefte geowissenschaftliche Kenntnisse erfordert.

In der Vergangenheit hat sich das LBEG in der Schriftenreihe "Geofakten" und in weiteren Veröffentlichungen zu verschiedenen Themen, die im Zusammenhang mit Grundwasserentnahmen stehen, geäußert. Der Leitfaden fasst diese für Wasserrechtsanträge wesentlichen Fachpublikationen zusammen. Die darin enthaltenen Empfehlungen und Hinweise stehen somit vollständig in einem Band zur Verfügung. Ihre Nutzung bei Wasserrechtsverfahren sollte dadurch erleichtert werden. Bei dieser Gelegenheit wurden die Unterlagen auf ihre Aktualität hin überprüft und um zusätzliche Themen erweitert. So wird u. a. auf zusätzliche Ansprüche an Wasserrechtsanträge hingewiesen, die sich aus der EG-Wasserrahmenrichtlinie ergeben, der generelle Ablauf eines Wasserrechtsverfahrens aus dem Blickwinkel unserer fachlichen Beteiligung dargestellt, und es werden Hinweise für die Erstellung von Gutachten gegeben, die nicht nur im Wasserrechtsverfahren, sondern auch in einem zeitnah anschließenden Wasserschutzgebietsverfahren Verwendung finden sollen.

Leitfaden für hydrogeologische und bodenkundliche Fachgutachten bei Wasserrechtsverfahren

Leitfaden für hydrogeologische und bodenkundliche Fachgutachten bei Wasserrechtsverfahren in Niedersachsen

Leitfaden für hydrogeologische und bodenkundliche Fachgutachten bei Wasserrechtsverfahren

 GeoBerichte 15
(PDF, 3,36 MB)

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Knut Meyer

Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie
Stilleweg 2
30655 Hannover
Tel: +49-(0)511-643-3457
Fax: +49-(0)511-643-53 3457

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