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Gestein des Jahres 2019

Die Ausweisung des Gesteins des Jahres wurde im Jahr 2007 ins Leben gerufen und hat damit eine noch recht junge Tradition im Bereich der Geowissenschaften. Sie verfolgt das Ziel, einzelne Gesteine exemplarisch unter anderem hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung einer interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren. „Botschafter“ waren in den letzten Jahren der Sand (2016), der Diabas (2017) und die Steinkohle (2018).

Schiefer ist das Gestein des Jahres 2019

Als Schiefer werden Tongesteine bezeichnet, die sich entlang engständiger paralleler Flächen in ebene Platten aufspalten lassen. Diese Eigenschaft haben Schiefer erst im Laufe der Erdgeschichte durch tektonische Prozesse während einer Faltung erworben. Bei gerichtetem Druck während der Gebirgsbildung regelten sich die plättchenförmigen Tonteilchen senkrecht zur Druckrichtung ein und bildeten ein neues Trennflächengefüge aus – die sogenannte Schieferung. Die Schieferung durchschneidet die bei der Ablagerung der Sedimente entstandenen Schichtflächen („Schichtung“), und die Schiefergesteine beziehungsweise „Tonschiefer“ brechen dann an deren Schieferflächen.

Schiefer sind in Deutschland stratigraphisch auf das Erdaltertum beschränkt und damit relativ alte Gesteine. In manchen Regionen sind sie so häufig, dass sie das Landschaftsbild prägen; einzelne Gebiete wurden sogar nach ihnen benannt: Das Rheinische Schiefergebirge oder das Thüringer Schiefergebirge. In Niedersachsen, das weiträumig durch junge (quartärzeitliche) Lockersedimente geprägt ist, bleiben Schiefer naturräumlich auf den Harz beschränkt. Im sogenannten „Oberharzer Devonsattel“ südlich von Goslar sind sie besonders häufig.

Dachschiefer sind sehr feinkörnige, harte, dunkelgraue Tonschiefer mit ausgezeichneter Spaltbarkeit; aufgrund ihrer Beständigkeit sind sie technisch verwertbar. Seit Jahrhunderten dienen Dachschiefer zum Eindecken von Dächern und als Wandbehang zur Verbesserung des Wetterschutzes von Gebäuden. Die heutige Gewinnung im Tiefbau ist allerdings sehr kapital- und arbeitsintensiv. Derzeit gibt es daher in Deutschland nur noch eine Hand voll Firmen, die Dachschiefer abbauen und zu Schieferplatten für die Hauseindeckung verarbeiten. In Niedersachsen wurde der Abbau von Dachschiefer bereits in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts eingestellt.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte den beiden Postern „Schiefer“ und „Schiefer in Niedersachsen“ sowie dem Begleittext „Schiefer – Gestein des Jahres 2019“, die zum Download in der Infospalte bereitstehen.

 

Mit Dachschiefer aufwendig verkleidetes Bürgerhaus in der Altstadt von Goslar

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Carsten Helm

Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie
Stilleweg 2
30655 Hannover
Tel: +49-(0)511-643-3379
Fax: +49-(0)511-643-53-3379

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