Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie klar

GeoBerichte 30

Schwermetallein- und -austräge niedersächsischer Boden-Dauerbeobachtungsflächen


Da Schwermetalle persistent sind und Schadstoffe im Boden sein können, wird ihnen im Bodenschutz eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Im Rahmen der Boden-Dauerbeobachtung in Niedersachsen werden in regelmäßigen Abständen die Schwermetallgehalte der Böden untersucht, um zeitliche Veränderungen feststellen zu können. Die Ursache für diese Veränderungen sind Ungleichgewichte zwischen den Schwermetalleinträgen in die Böden durch Düngung und Deposition und den Schwermetallausträgen aus den Böden mit dem Erntegut und durch Auswaschung mit dem Sickerwasser. Schwermetallbilanzen, als Differenz aus Ein- und Austrägen, helfen, die Ursachen für Veränderungen der Bodengehalte zu finden, aktuelle Veränderungen der Bodengehalte nachzuvollziehen sowie zukünftige Veränderungen zu prognostizieren.

Im vorliegenden Bericht wurden für 20 Boden-Dauerbeobachtungsflächen (BDF) die mittleren Ein- und Austräge der Elemente Arsen, Kupfer, Chrom, Nickel, Blei und Zink zwischen der Grundinventur (Jahr der Einrichtung der BDF) und der ersten Wiederholungsinventur (nach ca. 10 Jahren) ermittelt. Die Flächen wurden nach unterschiedlichen Belastungstypen ausgewählt, u. a. aufgrund historischer Belastung im Boden und potenzieller aktueller Belastung durch die Nähe zu Siedlung und Industrie sowie durch den Einsatz belasteter Dünge- oder Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft.

Es zeigt sich, dass vor allem bei Kupfer und Zink die maximal zulässige zusätzliche Fracht über alle Eintragspfade nach Bundesbodenschutzverordnung auf einzelnen BDF überschritten wird. Dies gilt für Flächen, auf denen kupferhaltige Pflanzenschutzmittel bzw. kupfer- und zinkhaltige organische Düngemittel eingesetzt werden.

Für Arsen gibt es derzeit keine Vorsorgewerte für den Boden, und es sind keine maximal zulässigen zusätzlichen Frachten definiert. Die hier ermittelten Arseneinträge und Arsenbilanzen können als Referenz zur Bewertung von Arseneinträgen dienen und bei einer möglichen Weiterentwicklung der Bodenschutzgesetzgebung herangezogen werden.

Es wird prognostiziert, dass bei den festgestellten Schwermetallgehalten im Boden der Dauerbe­obachtungsflächen und bei Fortsetzung der aktuellen Einträge auf einigen Flächen bereits nach 50 bis 200 Jahren die Vorsorgewerte im Boden für Kupfer und Zink erreicht werden. Bei Cadmium, Nickel und Blei ist die Lage deutlich entspannter, wenngleich auch hier in der Regel positive Schwermetallbilanzen, d. h. höhere Ein- als Austräge, beobachtet werden.

Eine Verarmung saurer Sandböden an den landwirtschaftlich bedeutsamen Mikronährstoffen Kupfer und Zink lässt sich derzeit nicht ableiten, auch wenn einige Standorte schwach negative Bilanzen aufweisen. Dennoch sollte vor allem auf nicht mit Schweinegülle gedüngten Sandböden die Verfügbarkeit dieser Mikronährstoffe und ihre Auswaschung genauer untersucht werden.

GeoBerichte 30
Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Heinrich Höper

Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie
Stilleweg 2
30655 Hannover
Tel: +49-(0)511-643-3265
Fax: +49-(0)511-643-533265

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln