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erstellt am:
06.05.2026
Knapp 180 Jahre Oberharzer Zeitgeschichte werden jetzt lückenlos an einem Ort der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat aus seinem Bibliotheksbestand heraus die dort gesammelten Ausgaben der Tageszeitung „Öffentliche Anzeigen für den Harz“ an die Universitätsbibliothek der TU Clausthal übergeben. Rund 50 Regalmeter Zeitungsausgaben wechseln damit vom Clausthaler LBEG-Dienstsitz an der Marktkirche in die Universitätsbibliothek in der Leibnizstraße und sind damit dank großzügigerer Öffnungszeiten für die Allgemeinheit besser verfügbar.
„Wir haben ohne Zweifel einen wertvollen Schatz regionaler Geschichtsdokumentation bei uns beherbergt“, sagt LBEG-Präsident Carsten Mühlenmeier. „Aber den wenigsten war bekannt, dass diese große Zeitungssammlung bei uns lagerte. Zudem gehört das Archivwesen nicht zu unseren Kernaufgaben, weswegen wir die historischen Bände auch nicht unbegrenzt zugänglich machen konnten“, so der Behörden-Chef. Umso mehr freue er sich, dass sich mit der TU Clausthal vor Ort ein Partner gefunden hat, der die Bände in seinen Bestand nehmen und der Öffentlichkeit zugänglich machen kann.
Konkret geht es um die Zeitungsausgaben vom Jahr 1848 bis ins Jahr 1990, als die „Öffentlichen Anzeigen“ in der heutigen Goslarschen Zeitung (GZ) aufgegangen sind. Die Oberharzer GZ-Ausgaben hatte die Universitätsbibliothek bereits in ihrem Bestand.
Deren Leiterin Silke Frank zeigt sich erfreut über die Erweiterung: „Durch die gute Zusammenarbeit zwischen LBEG und TU Clausthal kann hier das historische Erbe der Region bewahrt werden. Die Universitätsbibliothek erhält durch die Ergänzung aus den Beständen des LBEG den einzigen vollständigen Bestand der Goslarschen Zeitung und ihrer Vorgänger mit dem regionalen Bezug Clausthal-Zellerfeld. Durch die Aufbewahrung in der Universitätsbibliothek wird der Zugang zu dieser Zeitung für Interessierte aufgrund der umfangreichen Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek verbessert.“ Und die Bibliotheksleiterin blickt schon voraus: „Es gibt darüber hinaus bereits Überlegungen, ob über ein Digitalisierungsprojekt der Zugang zu dieser Zeitung weiterhin langfristig erhalten werden kann.“
Die „ÖA“, wie die Tageszeitung seinerzeit und teilweise im Volksmund heute immer noch genannt wird, erschien seit 1808 im heutigen Clausthal-Zellerfeld und wurde 1990 von der Goslarschen Zeitung übernommen, die immer noch einen Oberharz-Teil führt. Ein zusammenhängendes und öffentlich zugängliches Archiv hat es bislang aber nicht gegeben. Entsprechend positiv äußert sich GZ-Verleger und Geschäftsführer Philipp Krause: „Tageszeitungen haben nicht nur die Aufgabe, aktuelle Geschehnisse zu beleuchten. Sie dokumentieren auch kontinuierlich ein Stück Zeitgeschichte. Ich bin daher sehr froh, dass hier zwei Institutionen des Landes Niedersachsen dafür sorgen, das ,Gedächtnis des Oberharzes‘ zu bewahren. Die Digitalisierung von mehr als 200 Jahren Zeitungsgeschichte ist eine Aufgabe, die noch viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Dass nun die Papierausgaben der größten und heute einzigen Tageszeitung des Oberharzes an einer Stelle gesammelt zugänglich gemacht werden, ist daher ein unschätzbarer Wert für die Öffentlichkeit.“
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