Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie

Orientierungshilfe für kommunale Wärmeplanungen: LBEG startet neue Online-Anwendung „Gemeindesteckbriefe Tiefengeothermie“

Die Kombination aus drei Karten zeigt unterschiedliche Informationen über ein- und dieselbe Region.   Bildrechte: LBEG
Die Online-Anwendung zeigt (hier am Beispiel Burgdorf) unter anderem, welche relevanten geologischen Einheiten sich im Untergrund befinden (li.), welche seismischen Untersuchungen und Tiefbohrungen existieren (M.) sowie aktuelle Bergbauberechtigungen.

Städte und Gemeinden bekommen von sofort an eine wertvolle Unterstützung bei der kommunalen Wärmeplanung. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) startet jetzt die neue Online-Anwendung „Gemeindesteckbriefe Tiefengeothermie“. Damit steht ein Informationsangebot bereit, mit dem Städte und Gemeinden die Potenziale der Tiefengeothermie bei ihren Planungen systematisch berücksichtigen können. Die Anwendung macht kommunale Entscheidungsträger gezielt auf Nutzungsmöglichkeiten in ihrer jeweiligen Region aufmerksam.

Zahlreiche Initiativen zur Nutzung der Tiefengeothermie in Niedersachsen gehen von kommunaler Ebene aus. Mit dem Wärmeplanungsgesetz (WPG) und dem Niedersächsischen Klimagesetz (NKlimaG) sind Einheits- und Samtgemeinden zudem verpflichtet, kommunale Wärmepläne zu erstellen und die Wärmeplanung dauerhaft zu verankern. Die neue Anwendung des LBEG setzt genau dort an und erleichtert den Zugang zu relevanten geowissenschaftlichen Informationen erheblich.

In den Gemeindesteckbriefen bündelt das LBEG zentrale Informationen zur Tiefengeothermie und stellt diese übersichtlich und passgenau für jedes Gemeindegebiet bereit. Damit entfällt für Kommunen die oft aufwendige und bisweilen unübersichtliche Recherche in vielen verschiedenen Informationsquellen. Nun erhalten sie auf einen Blick eine fundierte Grundlage für die Bewertung, ob weiterführende Untersuchungen – etwa Machbarkeitsstudien – sinnvoll sind.

„Mit diesem gebündelten Informationsangebot unterstützen wir die Kommunen aktiv auf ihrem Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung“, sagt LBEG-Präsident Carsten Mühlenmeier. „Die regenerative und nahezu unerschöpfliche Tiefengeothermie ist ein wertvoller Baustein für die Wärmewende. Wir geben den Kommunen mit den Gemeindesteckbriefen ein wertvolles Instrument an die Hand, um diese Potenziale frühzeitig und fundiert in die kommunale Wärmeplanung einzubeziehen“, so der Behördenleiter.

Die Steckbriefe basieren auf den umfangreichen Datenbeständen des LBEG und enthalten neben allgemeinen Informationen zur Tiefengeothermie Hinweise auf explorationsrelevante Gesteine für die hydrothermale Tiefengeothermie, Angaben zu verfügbaren 3D-Untergrundmodellen, Geophysikdaten und Tiefbohrungen sowie bestehenden Bergbauberechtigungen für Erdwärme.

In einem ersten Entwicklungsschritt wurden bereits digital verfügbare Daten automatisiert in der Online-Anwendung zusammengeführt. Sie ist über den NIBIS®-Kartenserver des LBEG kostenfrei zugänglich und liefert für jede Gemeinde stets aktuelle Informationen zum Zeitpunkt des Abrufs.

Die nächste Ausbaustufe ist bereits in Arbeit. Darin werden die Streckbriefe um erste Bewertungen der Reservoire-Qualität erweitert. Diese sollen schrittweise integriert werden, um Kommunen ein noch aussagekräftigeres Instrument für Planungsentscheidungen zur Verfügung zu stellen. Die neue Online-Anwendung des LBEG richtet sich insbesondere an kommunale Entscheidungsträgerinnen und -träger, Planungsbüros sowie weitere Akteure im Bereich der Wärmeplanung.

Weitere Infos:

  • Das LBEG berät als Niedersächsischer Geo­thermiedienst (NGD) fachlich neutral und wirtschaftlich unabhängig zu oberflächennaher und tiefer Geothermie. Zudem schafft und pflegt es geowissenschaftliche Grundlagen.
  • Dabei unterstreicht das LBEG die Bedeutung der Geothermie als regenerative Energiequelle und bietet regelmäßig Veranstaltungen für die Allgemeinheit und das Fachpublikum an.
  • Die nächste Fachtagung findet mit der 17. Norddeutschen Geothermietagung bereits am Mittwoch und Donnerstag, 20. und 21. Mai, statt. Dann laden die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), das LIAG-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG), hannoverimpuls, die Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für nachhaltige Energieträger, Mobilität und Kohlenstoffkreisläufe (DGMK) und das LBEG in das Geozentrum Hannover, Stilleweg 2, im Stadtteil Groß-Buchholz ein. Nähere Informationen gibt es im Internet unter https://www.norddeutsche-geothermietagung.de/index.html.

Pressekontakt: Eike Bruns, Tel.: 0511 643 2274, Björn Völlmar, Tel.: 0511 643 3010,

E-Mail: presse@lbeg.niedersachsen.de, Internet: http://www.lbeg.niedersachsen.de

Artikel-Informationen

erstellt am:
07.05.2026

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