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Geoberichte 39

30 Jahre Bodendauerbeobachtung in Niedersachsen

Das niedersächsische Programm zur Bodendauerbeobachtung wurde 1990 begonnen und hat zum Ziel, meist schleichende Veränderungen von Bodeneigenschaften zu verfolgen und zu bewerten sowie mögliche Ursachen dafür herauszufinden. Damit stellt es ein zentrales Element zum vorsorgenden Bodenschutz in dem Bundesland, sowie, in Vernetzung mit anderen Landesprogrammen, auch auf Bundesebene dar. Die Bodendauerbeobachtung wird vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG, Federführung), der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA), der Landwirtschaftskammer Niedersachen mit der LUFA Nord-West sowie dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) betrieben. An 90 repräsentativ über das Land verteilten und unterschiedlich bewirtschafteten Standorten werden regelmäßig Boden-, Pflanzen-, Wasser- sowie Düngemittelproben gewonnen und umfassend analysiert sowie Informationen zur Bewirtschaftung und weiteren Begleitparametern erhoben.

Im vorliegenden Bericht werden zentrale Ergebnisse und Erkenntnisse aus 30 Jahren Bodendauerbeobachtung aus der Perspektive unterschiedlicher Autoren und Fachgebiete vorgestellt. Dabei wird deutlich, wie vielfältig die in der Bodendauerbeobachtung adressierten Themenbereiche und Fragestellungen sind. Auch werden die möglichen Verknüpfungen zwischen den Themen angerissen. Es ist zu berücksichtigen, dass nur ein Teil der gewonnenen Ergebnisse in dem Bericht dargestellt werden kann. Allerdings wird auch klar, dass die Untersuchungen mit zunehmender Zeitdauer immer wertvoller werden, da der Faktor Zeit zunehmend inhaltlich belegt werden kann. Zeit kann stehen für kumulierte Stoffeinträge, die sich in zunehmenden Bodengehalten widerspiegeln, kumulierter Abbau und Auswaschung bei abnehmenden Einträgen, die möglicherweise zu abnehmenden Bodengehalten führen, Veränderungen von Umweltbedingungen und umweltrelevanter Gesetzgebung (z. B. Klimawandel mit Veränderung der Temperaturen und Niederschlagsverhältnisse, Immission und Deposition von Stoffen) oder Veränderungen der Bewirtschaftung (Kulturarten, Düngung, Beregnung usw.), die sich erkennbar in Veränderungen der Böden, sei es gerichtet (Zu- oder Abnahme von Werten) oder ungerichtet (schwankende Werte), niederschlagen.

Nach einleitenden Kapiteln zum Programm und zur bodenkundlichen Repräsentanz der Beobachtungsstandorte folgt eine umfassende Darstellung zu den Stoffbilanzen der forstlich genutzten Flächen. Die folgenden Kapitel gehen auf stoffliche Veränderungen in den Böden und deren mögliche Ursachen ein, vor allem zur organischen Substanz, zu radiologischen Bodenparametern, zu Schwermetallen und organischen Schadstoffen im Boden sowie zur Versauerung von Waldböden. Während an vielen Standorten eher eine Konstanz, teilweise auch eine Verbesserung des Bodenzustandes zu verzeichnen ist, ergeben sich jedoch an einzelnen Standorten Hinweise auf zunehmende Bodenbelastungen oder abnehmende Humusgehalte. Regenwürmer und Kleinringelwürmer stehen im Zentrum der bodenfaunistischen Untersuchungen, die 2019 begonnen wurden. Zwei Beiträge befassen sich u. a. mit kontinuierlichen Messungen zum Bodenwasser- und ‑temperaturhaushalt, die im Hinblick auf die Auswirkungen möglicher Klimaveränderungen auf die Böden von Interesse sind. Nach einem Kapitel zu Stoffeinträgen durch Deposition in forstlich und landwirtschaftlich genutzten Böden werden auch die Stoffausträge, hier vor allem von Nitrat und einigen Schwermetallen, mit dem Sickerwasser in Richtung Grundwasser behandelt. Nicht zuletzt wird von den Ergebnissen einer 20jährigen Kartierung von Wassererosionsereignissen berichtet. Beobachtungen aus dem Vegetationsmonitoring auf den landwirtschaftlich genutzten Standorten runden den Geobericht ab.


Autorenschaft: Dr. Heinrich Höper (Hrsg.)
Dr. Henning Meesenburg (Hrsg.)
Erscheinungsjahr: 2021
Auflage: 1. Auflage
Versionsdatum: 29.09.2021 > 06.10.2021
Korrektur der Abbildungen 7.3, 7.4, 7.6 und 7.9.
> 13.10.2021
Format- und Umbruchanpassungen.
Herausgeber: LBEG
DOI: DOI 10.48476/geober_39_2021
GeoBerichte 39 Bildrechte: LBEG

30 Jahre Bodendauerbeobachtung in Niedersachsen

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Heinrich Höper

Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie
Stilleweg 2
30655 Hannover
Tel: +49-(0)511-643-3265
Fax: +49-(0)511-643-533265

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