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Den Neandertalern auf der Spur

12. August 2019


Vor circa 70.000 Jahren lebten Neandertaler im Wendland, an der Grenze zu Sachsen-Anhalt. Das konnten Forscher/-innen des Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie mit Hilfe von Werkzeugfunden zeigen.

Warum aber siedelten die Neandertaler so weit nördlich, während weite Teile Nordeuropas noch von einer Eisschicht bedeckt waren? Die Wissenschaftler/-innen gehen davon aus, dass die Neandertaler an einem See lebten, der im Pleistozän von den Wassermassen der Elbe gespeist wurde. Das Max-Planck-Institut bat nun das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) gemeinsam mit dem LBEG um Unterstützung, um vom 15. bis 19. Juli 2019 die geologischen Strukturen vor Ort zu untersuchen. Dafür wird die mobile Bohranlage des LBEG (Foto) eingesetzt.

Mit Hilfe von Schnecken- und Kernbohrungen untersuchen die Geowissenschaftler/-innen den Paläosee und wollen ihm seine Geheimnisse entlocken: Wie häufig trocknete der durch die Elbe befüllte See aus? Welche Lebensbedingungen fanden die Neandertaler am Ufer vor? Und wie lange konnten sie sich auf stabile Verhältnisse verlassen?

Noch sind nicht alle Fragen beantwortet. Im Herbst werden weitere Bohrungen durchgeführt, um mit Hilfe von Bohrkernen mehr über die Lebensbedingungen der Neandertaler vor 70.000 Jahren im Wendland zu erfahren.


LBEG

Die mobile Bohranlage des LBEG im Einsatz.

Artikel-Informationen

12.08.2019

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