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Auswirkungen des Klimawandels auf das Grundwasser


Grundwasser ist für Mensch und Natur von essenzieller Bedeutung. Ob als wichtigste Ressource der Trinkwassergewinnung, als zusätzliche Bewässerung in der Landwirtschaft oder als Lebensgrundlage einer Vielzahl von Ökosystemen. Grundwasser ist stets besonders schützenswert. Grundwasser ist ein erneuerbarer Rohstoff, dessen Neubildung von der Verdunstung und Versickerung des Niederschlages abhängt. Auf diese Faktoren wirkt sich wiederum der Klimawandel aus.

Für eine nachhaltige Nutzung des Grundwassers ist es daher notwendig, die möglichen Einflüsse des Klimawandels auf die Grundwasserneubildung zu identifizieren und dessen Auswirkungen zu beurteilen. Diese Untersuchungen gehören seit vielen Jahren zu den Aufgaben des Geologischen Dienstes im LBEG.

Die Abschätzung der Grundwasserneubildung unter Klimawandelbedingungen erfolgt unter Einsatz des Wasserhaushaltsmodells mGROWA18 (Herrmann et al. 2013; Ertl et al. 2019), das statt gemessener Klimadaten vergangener Perioden (i. d. R. 30 Jahre) Daten aus verschiedenen Klimamodellen verwendet. Dazu wurde am LBEG ein Multi-Modell-Ensemble aus aktuellen Klimaprojektionen für das „weiter-wie-bisher“-Szenario RCP8.5 des Weltklimarats IPCC erstellt. Die Projektionszeiträume reichen bis zum Jahr 2100.

Die prognostizierten klimatischen Änderungen haben direkten Einfluss auf die Grundwasserneubildung und damit auf das Grundwasserdargebot. So kann es zum Beispiel durch trockenere Sommer, wenn der Bedarf an Grundwasser durch den Menschen und die Vegetation am höchsten ist, zum einen zukünftig verstärkt zu negativen Auswirkungen für viele Ökosysteme und die Landwirtschaft kommen. Zum anderen können dadurch Engpässe in der Trink- und Brauchwasserversorgung auftreten.

Landesweite Auswertungen zur Grundwasserneubildungsrate und zu deren möglichen zukünftigen Änderungen finden Sie auf dem NIBIS® KARTENSERVER des LBEG.

Literatur

Herrmann, F., Chen, S., Heidt, L., Elbracht, J., Engel, N., Kunkel, R., Müller, U., Röhm, H., Vereecken, H. & Wendland, F. (2013): Zeitlich und räumlich hochaufgelöste flächendifferenzierte Simulation des Landschaftswasserhaushalts in Niedersachsen mit dem Model mGROWA. - Hydrologie und Wasserbewirtschaftung 57 (5): 206-224 [DOI: 10.5675/HyWa_2013,5_2].

Ertl, G., Bug, J., Elbracht, J., Engel, N. & Herrmann, F. (2019): Grundwasserneubildung von Niedersachsen und Bremen. Berechnungen mit dem Wasserhaushaltsmodell mGROWA18. – GeoBerichte 36, 54 S., 20 Abb., 9 Tab.; Hannover (LBEG).

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Jörg Elbracht

Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie
Stilleweg 2
30655 Hannover
Tel: +49-(0)511-643-3613
Fax: +49-(0)511-643-533613

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