Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie klar

Niedersachsen: Hannover ist Spitzenreiter bei der Nutzung von Erdwärme

25.04.2018


Die Region Hannover führt niedersachsenweit bei der Gewinnung von Energie aus Erdwärme. Im vergangenen Jahr ist die Anzahl der Geothermie-Anlagen in der Region um etwa 27 % auf insgesamt 1.438 gestiegen. Auf Platz zwei folgt das Emsland mit 1.012 (ca. +20 %) vor dem Landkreis Harburg mit 774 (ca. +7 %) installierten Anlagen.

„In unserem Bundesland setzt sich das Wachstum der installierten Geothermie-Anlagen weiter ungebremst fort", sagt Dr. Robert Schöner, Leiter des Zentrums für Tiefengeothermie, Oberflächennahe Geothermie (ZTG) im Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG).

So sind im vergangenen Jahr 1.200 neue Anlagen hinzugekommen. Insgesamt sind in Niedersachsen jetzt mehr als 13.300 oberflächennahe Erdwärme-Anlagen installiert. Das entspricht einer Zuwachsrate von rund 10 %. In 2016 lag sie nur bei etwa 7,5 %.

Spitzenreiter bei den installierten Anlagen je Einwohner ist allerdings nicht Hannover, sondern das Emsland. Auf 1000 Einwohner kommen dort ca. 3,8 Erdwärmeanlagen. In der Region Hannover sind es hingegen nur ca. 1,3 Anlagen je 1000 Einwohner.

Die durchschnittliche Anlagengröße für private Wohngebäude in Niedersachsen beträgt etwa 9,5 Kilowatt (kW). Nach den neuesten Auswertungen des LBEG sind in Niedersachsen aber auch rund 250 Großanlagen mit einer Leistung von mehr als 30 kW installiert. Sie dienen unter anderem zur Klimatisierung von Wohnquartieren, Industrie- oder Bürogebäuden, Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen.

Dennoch liegt Niedersachsen bei der Erdwärmenutzung im Bundesvergleich immer noch zurück. So waren nach Zahlen des Landesamtes für Statistik Niedersachsen im Jahr 2016 landesweit nur bei 4,5 % der neuen Wohngebäude Erdwärmeheizungen installiert. Der Bundesdurchschnitt lag bei 7,2 %.

„Dabei hat unser Bundesland große, sofort umsetzbare Potenziale für die Nutzung oberflächennaher Geothermie", sagt Dr. Robert Schöner. „Diese Potenziale könnten einen wesentlichen Beitrag zur Wärmewende leisten, wenn sie noch intensiver als bisher genutzt werden."

Auf die Möglichkeiten der oberflächennahen Geothermie in Niedersachsen macht am 16. Mai 2018 die 10. Norddeutsche Geothermietagung im Geozentum Hannover aufmerksam. Bei der Veranstaltung handelt es sich um den Szenetreff der Norddeutschen Geothermiebranche. Ausgewählte Referenten stellen aktuelle Projektbeispiele, Marktentwicklungen, politisch-rechtliche Rahmenbedingungen, Zukunftspotenziale und Innovationen vor.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Tagung des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), des Leibniz-Instituts für Angewandte Geophysik (LIAG) und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft hannoverimpuls GmbH in Kooperation mit der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) steht die Frage, wie die oberflächennahe Geothermie zur Wärmewende in Bund, Land und Kommune, in Wohnquartieren und in einzelnen Gebäuden beitragen kann.

Journalisten sind zu der Veranstaltung herzlich willkommen und können sich unter Tel.: 0511-643-3086 oder presse@lbeg.niedersachsen.de anmelden.


Hintergrund Oberflächennahe Geothermie:

Bei der Nutzung von Erdwärme bis 400 Meter Tiefe spricht man von oberflächennaher Geothermie. Die Erdwärmeanlagen in Niedersachsen nutzen die im Untergrund gespeicherte Energie meist mit Hilfe von Erdwärmesonden, Erdwärmekollektoren oder Erdwärmebrunnensystemen.

Dabei nehmen Erdwärmesondensysteme in Niedersachsen einen Marktanteil von über 80 % ein. Oberflächennahe Erdwärmesysteme benötigen eine Wärmepumpe, um die dem Untergrund entzogene Wärme auf ein höheres, zur Gebäudebeheizung nutzbares Temperaturniveau anzuheben.


Norddeutsche Geothermietagung

Internetanwendung „Geothermie - geht das bei mir?"

Infos des ZTG


Pressekontakt: Björn Völlmar, Tel.: 0511 643 3086,

E-Mail: presse@lbeg.niedersachsen.de
zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln