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Riesiger Findling in Niedersachsen geborgen: LBEG untersucht 30 Tonnen schweren Stein

18.03.2016


Mit Hilfe eines Spezialbaggers wurde gestern auf einem Acker in Kroge (Stadt Lohne, Landkreis Vechta) ein über 30 Tonnen (30 000 Kilogramm) schwerer Stein geborgen. Der Riesen-Findling ist über eine Milliarde Jahre alt und wurde während der Saale-Eiszeit vor circa 200.000 Jahren von gewaltigen Gletschermassen aus Skandinavien zu seinem Fundort im westlichen Niedersachsen transportiert.

Der Koloss wird jetzt vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in seiner Funktion als Geologischer Dienst von Niedersachsen untersucht. Er ist 2,50 Meter hoch sowie breit und rund 3,60 Meter lang. „Der Findling besteht aus hellgrauen, leicht rötlich-grauen Feldspäten und grau- bis dunkelgrauen Glimmern. Diese Mineralien sind typisch für einen Granit“, sagt Dr. Heinz-Gerd Röhling, zuständiger Geologe beim LBEG. „Das abwechselnde Auftreten feldspat- und glimmerreicher Schichten deutet daraufhin, dass der Granit im tieferen Untergrund nochmals überprägt wurde. Er wurde von anderen Gesteinsschichten überlagert, so dass unter hohen Druck- und Temperaturbedingungen Mineralumwandlungen stattfanden und sich die schwach streifige Struktur herausbilden konnte. Im Ergebnis haben wir es also mit einem Granitgneis-Block zu tun“, so der LBEG-Experte.

Geologische Abtragungsprozesse (z.B. Wind, Wasser, Gletscher) haben den Granitgneis später in Skandinavien freigelegt. Von dort wurde er während der Eiszeit von Gletschermassen über 1000 Kilometer Richtung Süden nach Kroge transportiert.

Der Findling wurde vor einem halben Jahr von einem Landwirt entdeckt. Er zählt zu den größten Findlingen im nordwestlichen Niedersachsen. Daher wird er vom LBEG als schutzwürdiges Naturdenkmal und damit als Geotop eingestuft. Der Granitgneis liegt für jedermann zugänglich vor der Grundschule in Kroge.

Hintergrund Geotope:

Gesteinsaufschlüsse, Felsen, Höhlen, Quellen und Findlinge – all dies sind Geotope. Sie sind nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für die Allgemeinheit wie z. B. die Heimatkunde von großer Bedeutung. Geotope sind Schlüsselstellen, an denen wir viel über die Entwicklung des Planeten Erde und des Lebens erfahren und auch vermitteln können. Ihr Schutz ist daher von besonderer Bedeutung, da ein einmal zerstörtes Geotop meist nicht oder nur mit sehr großem finanziellen Aufwand wiederhergestellt werden kann. In Niedersachsen ist das LBEG für die geowissenschaftliche Dokumentation und Bewertung von Geotopen zuständig – unter Schutz werden die Geotope von den Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise gestellt.

LBEG-Internetseite Geotope und Geotourismus


Kontakt: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Tel.: 0511 643 3086
E-Mail: info@lbeg.niedersachsen.de

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