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erstellt am:
05.08.2025
Eine 57-köpfige Delegation aus China, bestehend aus 23 Dozent:innen der Sichuan University (SCU) in Chengdu sowie 34 Doktorand:innen der Kunming University of Science and Technology (KUST) aus Yunnan, besuchte heute das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Clausthal-Zellerfeld. Ziel des Besuchs war es, einen detaillierten Einblick in die Arbeitsweise, die Themenfelder und die Organisationsstruktur einer modernen europäischen Bergbaubehörde zu erhalten.
Empfangen wurden die chinesischen Nachwuchskräfte von Klaus Söntgerath, dem Leiter des bergbehördlichen Bereichs beim LBEG, und Philip Kurczinski, die die Gäste durch das traditionsreiche Gebäude an der Marktkirche führten. „Wir blicken hier auf über 500 Jahre bergbehördliche Geschichte zurück“, erklärte Söntgerath im Foyer der Behörde. „In dieser Zeit haben wir uns stetig weiterentwickelt – von der klassischen Bergbauaufsicht hin zu einer modernen Behörde, die sich heutigen Herausforderungen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Klimaschutz stellt.“
In seinem Vortrag im "Weißen Saal" hob Klaus Söntgerath die zentrale Rolle der Energie- und Rohstoffsicherung für Deutschland hervor und betonte, dass Umwelt- und Klimaschutz heute integrale Bestandteile jedes Bergbauvorhabens in Niedersachsen sind. "Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein sind für uns keine Randthemen mehr, sondern zentrale Prinzipien, die wir umsetzen“, so der leitende Bergdirektor. Zudem sei das LBEG mittlerweile nahezu vollständig digital aufgestellt – ein Aspekt, der bei der Delegation auf großes Interesse stieß.
Besonders aufmerksam verfolgten die chinesischen Gäste die Ausführungen zu den Genehmigungsprozessen für Bergbauprojekte sowie zu den Strategien des LBEG für eine nachhaltige Rohstoffgewinnung. Auch die Praxisnähe der Arbeit und der enge Austausch mit Forschungseinrichtungen beeindruckten die Delegation.
Nach dem Besuch im LBEG führte die Reise die Gäste weiter zur GeoSammlung der Technischen Universität Clausthal. Dort erhielten sie vertiefende Einblicke in die geowissenschaftliche Forschung und Lehre der TU.
Während die Dozent:innen der Sichuan University für zwei Wohen im Harz verweilen, bleiben die Doktorand:innen der KUST bis zu drei Monate. Ziel ist ein intensiver wissenschaftlicher Austausch mit der TU Clausthal.
Prof. Michael Z. Hou, Leiter des China-Kompetenzzentrums an der TU Clausthal und Organisator des Austauschs, betont: „Dieser Besuch ist ein starkes Zeichen für die langjährige Partnerschaft unserer Universitäten und ein wichtiger Schritt für zukünftige gemeinsame Forschungsprojekte. Der Einblick in die Praxis des LBEG ist für die chinesischen Nachwuchskräfte besonders wertvoll – er zeigt, wie geowissenschaftliche Expertise in konkretes Verwaltungshandeln überführt werden kann.“
Die Sichuan University (SCU) zählt zu den renommiertesten Hochschulen Chinas (Top 10) und hat ihren Sitz in Chengdu. Mit einer Geschichte, die bis in das Jahr 1896 zurückreicht, bietet die Universität ein breites Fächerspektrum von Geistes- und Naturwissenschaften über Ingenieurwissenschaften bis hin zu Medizin und Kunst. Aktuell studieren dort rund 70.000 Menschen; mehr als 11.000 Mitarbeitende – darunter über 1.300 Professor:innen – prägen die Lehre und Forschung.
Die Kunming University of Science and Technology (KUST), eine der führenden Universitäten im Südwesten Chinas (Top 90), bietet über 300 Studiengänge an. Etwa 40.000 Vollzeitstudierende werden von rund 3.900 Mitarbeitenden betreut.
Die Kooperation der SCU und KUST mit der TU Clausthal besteht seit 1998. Ein zentrales Element zwischen der SCU und der TU Clausthal ist der gemeinsam entwickelte Bachelorstudiengang Geoenvironmental Engineering, der seit 2005 mehr als 300 Absolvent:innen hervorgebracht hat – von ihnen arbeitet Herr Philipp Kurczinski heute beim LBEG. Ergänzt wird die Zusammenarbeit durch Weiterbildungsprogramme, Fachtagungen sowie eine regelmäßige Summer- und Winterschool.
Besuche beim LBEG sind dabei fester Bestandteil des Austauschprogramms und ermöglichen wertvolle Einblicke in die Praxis moderner bergbehördlicher Arbeit in Europa.
Pressekontakt: Eike Bruns, Tel.: 0511 643 2274, Björn Völlmar, Tel.: 0511 643 3010,
E-Mail: presse@lbeg.nidersachsen.deArtikel-Informationen
erstellt am:
05.08.2025