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Hydrologisches Jahr 2025 bleibt deutlich unter dem langjährigen Mittel: Zu wenig Niederschlag in Niedersachsen sorgt für geringe Grundwasserneubildung

Die Grafik zeigt eine Zeitreihe von 2016 bis 2025 mit Umrissen von Niedersachsen, auf denen zu sehen ist, wann und wo es zu trocken oder zu nass war.   Bildrechte: LBEG
Die Auswertungen des Niedersächsischen Kompetenzzentrums Klimawandel zeigen, dass die Klimatische Wasserbilanz in den vergangenen zehn hydrologischen Jahren in Niedersachsen häufig deutlich unterdurchschnittlich war, insbesondere auch wieder in 2025.

Das hydrologische Jahr 2025 war zu trocken. Im Zeitraum vom 1. November 2024 bis 31. Oktober 2025, der das hydrologische Jahr beschreibt, sind in Niedersachsen 129 Millimeter (minus 17 Prozent) weniger Niederschlag gefallen als im langjährigen Mittel zwischen 1991 und 2020. Das zeigen die aktuellen Auswertungen des Niedersächsischen Kompetenzzentrums Klimawandel (NIKO), in dem das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) mitarbeitet.

Zu den wenigen Niederschlägen kommen auch noch gestiegene Temperaturen, die für mehr potenzielle Verdunstung sorgen. „Das beides zusammengenommen ergibt für Niedersachsen eine Klimatische Wasserbilanz von minus 50 Millimetern in 2025“, sagt Gabriele Ertl, Hydrogeologin im LBEG. „Gegenüber dem Vergleichszeitraum 1991 bis 2020 sind das 174 Millimeter oder eben 141 Prozent weniger Wasser, das potentiell zur Verfügung steht“, verdeutlicht sie.

Schon vergangenes Frühjahr hatte das LBEG die Auswertung veröffentlicht, dass das niedersächsische Wasserdefizit im März 2025 das größte seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war. Die Klimatische Wasserbilanz betrug minus 39 Millimeter. Das entspricht einem Defizit von 39 Litern pro Quadratmeter. Hauptgrund war, dass im Landesdurchschnitt gerade einmal nur sieben Millimeter Niederschlag fielen. „So wenig wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen“, erklärt Mithra Hajati, Hydrologin im LBEG. Zwar brachte der Oktober überdurchschnittliche Niederschläge insbesondere im Norden Niedersachsens, das Defizit im Landesmittel konnten diese jedoch nicht ausgleichen.

Das wirkt sich auch auf die Grundwasserneubildung aus. Die Auswertungen des LBEG zeigen, dass sie damit weiterhin in einem niedrigen Bereich liegt, der seit etwa 25 Jahren im landesweiten Durchschnitt vorherrscht. Üblicherweise sind in Niedersachsen der Dezember und der Januar die Monate mit der stärksten Grundwasserneubildung. Jedoch haben die Winterniederschläge im Jahreswechsel 2025/2026 bisher keine Trendwende erkennen lassen.

Weitere Infos:

  • Das LBEG stellt als Staatlicher Geologischer Dienst für Niedersachsen Planungsgrundlagen für Politik, Behörden und Privatwirtschaft zur Verfügung. Ein wesentlicher Arbeitsbereich untersucht die Grundwasserneubildung unter Berücksichtigung der Veränderungen, die mit dem Klimawandel einhergehen.
  • Zur Ermittlung der Grundwasserneubildung wird das Wasserhaushaltsmodell mGROWA genutzt. Unter Berücksichtigung klimatischer Faktoren, von Bodeneigenschaften, Landnutzung, Topographie sowie hydrogeologischen Eigenschaften des Untergrunds wird der Anteil des Niederschlags, der dem Grundwasser zufließt, bilanziert.
  • Die Klimatische Wasserbilanz stellt den gefallenen Niederschlag der potenziellen Verdunstung gegenüber. Fällt sie positiv aus, überwiegt der Niederschlag die potenzielle Verdunstung, so dass Wasser zur Verfügung steht beispielsweise für die Bildung von Grundwasser. Fällt die Klimatische Wasserbilanz negativ aus, übersteigt die potenzielle Verdunstung den Niederschlag und es gibt ein Wasserdefizit, das zu Trockenheit führt.
  • Die potenzielle Verdunstung ist die Wassermenge, die unter bestimmten klimatischen Bedingungen verdunsten könnte, wenn eine unbegrenzte Wasserversorgung vorhanden wäre. Sie ist losgelöst zu betrachten von der tatsächlichen, real gemessenen Verdunstung.
  • Weitere Informationen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf das Grundwasser und zum Wasserhaushaltsmodell mGROWA hat das LBEG im Internet unter der Adresse https://www.lbeg.niedersachsen.de/startseite/boden_grundwasser/klimawandel/auswirkungen_auf_grundwasser/auswirkungen-des-klimawandels-auf-das-grundwasser-177245.html veröffentlicht.
  • Das LBEG nimmt am Klimakompetenznetzwerk des Niedersächsischen Klimakompetenzzentrums NIKO teil, das Klimadaten der Vergangenheit und der projizierten Zukunft aufbereitet und eine vereinheitlichte Datengrundlage in Niedersachsen schafft.

Pressekontakt: Eike Bruns, Tel.: 0511 643 2274, Björn Völlmar, Tel.: 0511 643 3010,

E-Mail: presse@lbeg.niedersachsen.de, Internet: http://www.lbeg.niedersachsen.de

Artikel-Informationen

erstellt am:
20.01.2026

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