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Knappschaftstruhe auf Reisen: Leihgabe für Stadt- und Bergbaumuseum in Sachsen - LBEG unterstützt Bergbauausstellung in Freiberg

Die rund 400 Jahre alte Knappschaftstruhe Clausthal-Zellerfeld ist auf Reisen gegangen. Das historische Stück ist als Leihgabe Bestandteil der Ausstellung „Vom Gnadengroschen zur Rentenformel“ geworden, die vom 4. Juli bis zum 28. Februar 2021 im Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg zu sehen ist. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat das Exponat, das vermutlich aus dem 17. Jahrhundert stammt, für die Dauer der Ausstellung dem Museum entliehen.

„Ich freue mich, dass wir diese historisch interessante Ausstellung bereichern und die Verbundenheit der beiden alten Bergbau-Standorte Clausthal-Zellerfeld und Freiberg unterstützen“, sagt LBEG-Präsident Andreas Sikorski. „Dass sich Bergleute schon vor hunderten von Jahren mit Vorläufern von Rentensystem befasst haben, zeugt von einem hohen Sozialgefüge“, so der LBEG-Präsident weiter.

Die erste Rentenformel wurde 1759 in Clausthal entwickelt. Aus der nach Kassenlage und Bedürftigkeit geregelten Almosenunterstützung wurde ein systematisiertes Gnadenlohnsystem je nach Stellung im Beruf. Ein Sinnbild dieser Unterstützung ist die Knappschaftstruhe Clausthal-Zellerfeld, in der eingezahlte Gelder verwahrt wurden.

Eine entsprechende Bedeutung kommt daher auch der Truhe in der Ausstellung in Freiberg zugute. „Die Rentenformel ist von Clausthal schnell nach Sachsen geschwappt. Sie wurde aber erst ab 1847 in preußischen Gebieten übernommen“, erklärt Dr. Andrea Riedel, Direktorin des Stadt- und Bergbaumuseums der sächsischen Universitätsstadt. Das zeige, wie groß die Verbundenheit zwischen dem Harz und dem Erzgebirge schon damals war.

Dr. Andrea Riedel – als Museumsdirektorin des Unesco-Weltkulturerbes Rammelsberg in Goslar selbst lange Zeit im Harz tätig – wurde vergangenes Jahr im Juni auf die Knappschaftstruhe aufmerksam. Beim Stadtfest der Berg- und Universitätsstadt im Oberharz nahm sie an einer Führung durch den Clausthal-Zellerfelder Dienstsitz des LBEG teil, die vom Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees Freiberg und ehemaligen LBEG-Mitarbeiter Christian Sladek geleitet wurde. Dabei stieß sie auf die Knappschaftstruhe, die sie gleich als ideales Exponat für die geplante Ausstellung „Vom Gnadengroschen zur Rentenformel“ ausmachte.

Zwar sind Herkunft und Alter der Truhe, die als eines von mehreren historischen Gegenständen die Räume des LBEG schmücken und von der Geschichte des Bergbaus zeugen, heute nicht mehr vollständig belegbar. Doch hat das Landesamt das Exponat gerne per Leihvertrag dem Freiberger Museum zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen zur Ausstellung


LBEG Bildrechte: LBEG
Die Knappschaftstruhe Clausthal-Zellerfeld, die vermutlich aus dem 17. Jahrhundert stammt, ist als Leihgabe ab dem 4. Juli in der Ausstellung „Vom Gnadengroschen zur Rentenformel“ im Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg zu sehen.

Presskontakt: Eike Bruns, Tel.: 0511 643 2274, Björn Völlmar, Tel.: 0511 643 3086,

E-Mail: presse@lbeg.niedersachsen.de
Artikel-Informationen

17.06.2020

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