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erstellt am:
25.03.2026
Dreieinhalb Fußballfelder pro Tag verliert Niedersachsen an unversiegeltem Boden. Etwa 2,5 Hektar werden täglich für Siedlungs- und Verkehrsflächen bebaut. An diesen Stellen verlieren die Böden ihre natürlichen Funktionen vor allem als Wasserspeicher. Das Mikroklima wird wärmer und trockener, Lebensräume gehen verloren. Daher sind der Schutz der Böden vor Neuversiegelung ebenso wie die Wiederherstellung der natürlichen Funktionen durch Bodenentsiegelung zentrale Klimaanpassungsmaßnahmen. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat deshalb einen Leitfaden zur Entsiegelung von Böden erarbeitet, dessen zweiter Teil nun veröffentlicht wird.
„Versiegelte Böden können kein Wasser aufnehmen. Das wirkt sich gerade in Zeiten, wo wir durch den Klimawandel immer längere Trockenphasen und zunehmende Starkregenereignisse haben, negativ aus“, sagt André Kirchner, Bodenschutzexperte beim LBEG. Er ist einer der Autoren des Leitfadens, der sich insbesondere an Kommunen wendet und verdeutlicht, wie sie der zunehmenden Bodenversiegelung entgegenwirken können.
Unter dem Titel „Entsiegelung in der Klimaanpassung – Leitfaden Teil B: Erfassung, Bewertung, praktische Umsetzung“ hat das LBEG jetzt seinen GeoBericht 53 veröffentlicht. Er ergänzt den grundlagenorientierten GeoBericht 52 und stellt unter anderem Methoden zur Erfassung der Flächenversiegelung vor, beschreibt Ansätze zur Identifizierung und Bewertung von Entsiegelungspotenzialen auf unterschiedlichen Maßstabsebenen und analysiert beispielhaft ökologische sowie monetäre Effekte von Entsiegelungsmaßnahmen. Ergänzt wird der Bericht durch Steckbriefe bereits umgesetzter Entsiegelungsprojekte sowie durch praktische Arbeitshilfen, die Kommunen bei der Planung und Umsetzung von Entsiegelungsmaßnahmen unterstützen sollen.
Der Leitfaden ist ein weiterer Schritt, um Entsiegelung systematisch und schrittweise in kommunale Planungs- und Entscheidungsprozesse zu integrieren und damit den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Er wurde im Rahmen des Projekts KliBoG (Klimaanpassung Boden und Grundwasser) erarbeitet, das seit 2022 über das Niedersächsische Kompetenzzentrum Klimawandel (NIKO) vom Landesumweltministerium finanziert wird. Das Projekt ist Teil des Maßnahmenprogramms der niedersächsischen Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Übergeordnetes Ziel des KliBoG-Projekts ist es, die Klimaanpassung zu stärken.
Der Geobericht 53 steht von sofort an auf der Website des LBEG zum Download bereit unter der Adresse https://nibis.lbeg.de/doi/DOI.aspx?doi=10.48476/geober_53_2026.
Weitere Infos:
Pressekontakt: Eike Bruns, Tel.: 0511 643 2274, Björn Völlmar, Tel.: 0511 643 3010,
E-Mail: presse@lbeg.niedersachsen.de, Internet: http://www.lbeg.niedersachsen.de
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25.03.2026