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Niederschläge sorgen für Bergschäden in Clausthal-Zellerfeld und Wildemann: Unbekannter Schacht ist Ursache für Tagesbruch

Tagesbruch, Brauhausberg, Clausthal-Zellerfeld, verfüllt, Niederschläge, Regenwasser   Bildrechte: LBEG/Eike Bruns
Thomas Finkeldey, zuständig beim LBEG für Gefahrenabwehr im Nachbergbau, begutachtet den verfüllten Tagesbruch am Brauhausberg in Clausthal-Zellerfeld. Das Loch im Boden hatte sich vier Tage zuvor aufgetan. Ursache ist vermehrter Niederschlag.

Vergangene Woche Montag war ein Tagesbruch am Brauhausberg in Clausthal-Zellerfeld entdeckt worden. Nun hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) die Ursache ermitteln können. Zeitgleich verzögert ein weiterer Tagesbruch am Gallenberg in Wildemann die dortigen Sanierungsarbeiten.

Der Bereich des Tagesbruchs am Brauhausberg liegt unter dem Teil des Grundstücks, unter dem das LBEG aktuell arbeitet. Wegen massiver Wasserzutritte aufgrund der Niederschläge der vergangenen Wochen mussten die untertägigen Arbeiten vorläufig eingestellt werden. Zunächst war unklar, ob ein alter Abbau von Untertage angefahren worden war oder ein bisher unbekannter Schacht. Durch den Tagesbruch ist jetzt eindeutig geklärt, dass dort ein weiterer Schacht liegt, und auch für den starken Wasserzutritt gibt es eine plausible Erklärung.

„Vor dem Tagesbruch biegt ein Regenwasserkanal ab“, erklärt Thomas Finkeldey, der beim LBEG für Gefahrenabwehr im Nachbergbau zuständig ist. Der Kanal, der unter anderem das Gelände der ehemaligen Calvör-Schule entwässert, habe Undichtigkeiten aufgewiesen, so dass bei den zuletzt ergiebigen Niederschlägen vermehrt Wasser in den bislang nicht bekannten Schacht geflossen sei. Schließlich habe das lockere Gestein nachgegeben, und an der Oberfläche sei das Loch entstanden.

Das LBEG nimmt derzeit größere Sanierungsarbeiten am Brauhausberg vor. Zwischen dem Schacht Silberkrone und dem Schacht Kron Kalenberg verläuft der Johannesstollen, den die Bergbauexperten in diesem Jahr wiederentdeckt hatten und nun wieder auffahren, um die Sicherungsarbeiten auch von Untertage vorantreiben zu können. Während der Schacht Silberkrone als Zugang dient, werden der Johannesstollen und seine Abzweige eine Verbindung zum Schacht Kron Kalenberg, um diesen dann von unten mit Beton verfüllen zu können. Über die Anlagen, die teilweise aus dem Mittelalter stammen, gibt es wenige und ungenügende Pläne. So war der Schacht, der nun für den Tagesbruch gesorgt hat, bislang nicht bekannt.

Tagesbruch, Wildemann, Gallenberg, Schacht Anna Juliane, Sanierungsbaustelle   Bildrechte: LBEG/Eike Bruns
Ein weiterer, noch nicht lange bekannter Schacht auf der Sanierungsbaustelle Schacht Anna Juliane in Wildemann hat für einen Tagesbruch gesorgt.

Ähnlich sieht es im Nachbarort Wildemann aus. Dort lässt das LBEG den ehemaligen Schacht Anna Juliane sanieren. Die Lage an einem steilen Hangweg ist sehr beengt, weswegen die Experten nicht mit großem Gerät arbeiten können. Die vor zwei Jahren begonnenen Arbeiten sollten mittlerweile beendet sein, doch musste bislang mit 1200 Kubikmetern doppelt so viel Beton in den zu sichernden Schacht gefüllt werden als ursprünglich angenommen, weil Untertage mehr Hohlräume existieren als bislang bekannt. Noch ist nicht absehbar, wann der Schacht endgültig verfüllt ist. Erschwerend kommt hinzu, dass sich rund 20 Meter entfernt nun ein Tagesbruch aufgetan hat, der auf einen zweiten Schacht zurück zu führen ist. Über den Schacht ist kaum etwas bekannt und er ist in den historischen Rissen nur angedeutet.

Wegen der engen Lage müssen nun erst einmal die Bauarbeiten am ersten Schacht ruhen, bis der zweite bis voraussichtlich Jahresende behelfsmäßig gesichert worden ist. Die komplette Sicherung der beiden Schächte dürfte sich noch bis 2022 hinziehen. Daran wird sich die Sanierung eines dritten Schachts anschließen.

Weitere Infos:

Mehr Informationen zu den Sanierungsarbeiten an den Schächten Silberkrone und Kron Kalenberg sowie am Johannesstollen gibt es im Internet unter https://www.lbeg.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/schacht-silberkrone-in-clausthal-zellerfeld-bergleute-stossen-auf-unerwartet-gut-erhaltenen-mittelalterlichen-stollen-191229.html

Wie das LBEG zusammen mit der TU Clausthal künftig Bergschäden vorbeugen möchte, steht im Netz unter https://www.lbeg.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/kompetenzen-fur-die-gefahrenanalysen-und-abwehr-bundeln-lbeg-und-tu-clausthal-unterzeichnen-kooperationsvereinbarung-zum-nachbergbau-189735.html

Presskontakt: Eike Bruns, Tel.: 0511 643 2274, Björn Völlmar, Tel.: 0511 643 3086,

E-Mail: presse@lbeg.niedersachsen.de, Internet: http://www.lbeg.niedersachsen.de

Artikel-Informationen

erstellt am:
11.11.2020

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