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LBEG-Studie: Rückgang bei Deutschlands Erdöl- und Erdgasreserven

23.03.2011


Einen Rückgang gab es 2010 bei Deutschlands Erdöl- und Erdgasreserven. Zu diesem Ergebnis kommt das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in seinem aktuellen Bericht „Erdöl- und Erdgasreserven in der Bundesrepublik Deutschland am 1. Januar 2011“. Nachdem das LBEG 2009 noch eine Erholung der geschätzten sicheren und wahrscheinlichen Reserven der Erdöllagerstätten ermittelt hatte, war die Entwicklung im abgelaufenen Jahr aufgrund von veränderten wirtschaftlichen und technischen Förderbedingungen rückläufig.

Danach lagen die Erdölreserven in Deutschland am Stichtag 1. Januar 2011 bei 35,9 Millionen Tonnen und damit um 5,2 Millionen Tonnen unter dem Ergebnis des Vorjahres (- 12,7 %). Insgesamt wurden 2010 in Deutschland 2,5 Millionen Tonnen Erdöl gefördert. Das ist ein Rückgang von rund 12 % gegenüber 2009.

Im norddeutschen Raum kam es durch Veränderungen bei den Projektplanungen im größten deutschen Ölfeld Mittelplate/Dieksand zu einer Verminderung der gemeldeten Reserven. Trotz einer positiven Entwicklung im neuen Feld Römerberg im Oberrheintal konnte der Rückgang der Reserven für ganz Deutschland nicht ausgeglichen werden. Nach wie vor verfügen die Bundesländer Schleswig-Holstein (40 %) und Niedersachsen (31,5 %) über die meisten sicheren und wahrscheinlichen Erdölreserven. An dritter Stelle hat sich Rheinland-Pfalz mit einem Anteil von nunmehr 26,1 % etabliert.

Bei Erdgas liegen die Reserven bezogen auf den natürlichen Brennwert (Rohgas) bei 146,3 Milliarden Kubikmeter und damit um 15,6 Milliarden Kubikmeter unter dem Vorjahresergebnis (- 9,6 %). Die Erdgasförderung (Rohgas) in Deutschland ging 2010 um rund 14 % auf jetzt 13,6 Milliarden Kubikmeter zurück.

Der Rückgang begründet sich im Wesentlichen auf Neubewertungen der vorhandenen Lagerstätten. Erfolgreiche Neubohrungen sowie Ablenkungen älterer Bohrungen federn den allgemeinen Rückgang etwas ab. Niedersachsen bleibt mit einem Anteil von 97,6 % der gesamten Rohgasreserven und mit einem Produktionsanteil (Rohgas) von 93,5 % die zentrale Erdgas-Förderregion in Deutschland.

Das LBEG erfasst jährlich die Erdöl- und Erdgasreserven der Förderfelder in der Bundesrepublik Deutschland. Die Reserven werden auf der Grundlage internationaler Standards ermittelt und beruhen auf den Meldungen der in Deutschland operierenden Erdöl- und Erdgasfirmen. Als sichere Reserven werden Kohlenwasserstoffmengen in bekannten Lagerstätten bezeichnet, die aufgrund lagerstättentechnischer und geologischer Erkenntnisse unter den gegebenen wirtschaftlichen und technischen Bedingungen mit einem Wahrscheinlichkeitsgrad von mindestens 90 % gewinnbar sind. Bei den wahrscheinlichen Reserven liegt der Grad bei mindestens 50 %.

Weiterführende Informationen zu Bohraktivitäten, Konzessionswesen, Geophysik, Erdöl und Erdgasproduktion sowie Reserven und Untertagespeicherung sind ab Mai dem Jahresbericht „Erdöl und Erdgas in der Bundesrepublik Deutschland 2010“ des LBEG zu entnehmen.



Kurzbericht "Erdöl- und Erdgasreserven in der Bundesrepublik Deutschland am 1. Januar 2011"


Ansprechpartner:

Carsten Westerlage, Tel.: 0511-643-2486,
E-Mail: Carsten.Westerlage@lbeg.niedersachsen.de

Pressesprecher:

Andreas Beuge, Tel.: 0511-643-2679, Mobil: 0170-8569662,
E-Mail: Andreas.Beuge@lbeg.niedersachsen.de
Erdöl-Erdgas-Reservenbericht 2011

Erdöl- Erdgasreservenbericht, Stand: 01.01.2011

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