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5. Norddeutsche Geothermietagung im GEOZENTRUM Hannover:

Experten diskutieren Wege zur intensiveren Nutzung von Erdwärme in Norddeutschland


15.10.2012

Wie können die geothermischen Potenziale Norddeutschlands in Zukunft intensiver genutzt werden als bisher? Dieser Frage widmen sich am 17. und 18. Oktober 2012 rund 170 Experten auf der 5. Norddeutschen Geothermietagung „Hotspot Hannover: Geothermie – durch Innovation zur Wirtschaftlichkeit“ im GEOZENTRUM Hannover. Veranstalter der Tagung sind das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG), die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft „hannoverimpuls“ und die Agentur für erneuerbare Energien „Enerchange“.

Eröffnet wird die Veranstaltung von Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode. Fachvorträge von Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Verbänden und Behörden berichten über laufende Projekte und wegweisende neue Konzepte, zu denen insbesondere auch die mitteltiefe Geothermie zählt. Ein Thema der Tagung wird sein, wie die Erfahrungen aus dem Demonstrationsprojekt GeneSys für zukünftige Tiefengeothermie-Projekte in Norddeutschland positiv umgesetzt werden können. Nach einem erfolgreichen Wasser-Frac im Frühjahr 2011 haben Salzausfällungen bei der Rückförderung des heißen Wassers das Bohrloch in einer Tiefe von circa 650 Meter verstopft. Dadurch sind eine Wasserzirkulation und die angestrebte Beheizung des Geozentrum Hannover nicht in der ursprünglich geplanten Weise möglich.

Das LBEG wird im Rahmen der Tagung den neuen Leitfaden „Erdwärmenutzung in Niedersachsen“ vorstellen, der die genehmigungsrechtliche Richtlinie für oberflächennahe Geothermieanlagen in Niedersachsen darstellt. Ein Höhepunkt der Tagung wird eine mit Ministerialdirektor Werner Ressing vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Waldemar Müller-Ruhe von der geothermischen Vereinigung, Dr. Frank Kabus von der Firma Geothermie Neubrandenburg und Bernd Reichelt vom Verband Kommunaler Unternehmen hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion sein. Die Diskussionsteilnehmer werden sich mit der Frage auseinandersetzen, was hinsichtlich Markteinführung, Förderbedingungen und Forschungsbedarf getan werden kann, um die Entwicklung der Geothermie im Norddeutschen Becken voranzutreiben. Weiterhin wird den Tagungsbesuchern die Möglichkeit geboten, im Rahmen einer Exkursion den Pumpenteststand der Firma Baker Hughes in Celle zu besichtigen.

Während es bei der oberflächennahen Geothermie darum geht, eine bereits ausgereifte Standardtechnologie noch besser im Markt zu etablieren, müssen im Bereich der tiefen Geothermie Technologien weiterentwickelt werden. Dazu zählt insbesondere die Schaffung tiefengeothermischer Lagerstätten mit künstlich erhöhten Wasserdurchlässigkeiten durch den Einsatz der Wasser-Frac-Technologie (Enhanced Geothermal Systems – EGS). Daneben sind auch neue Finanzierungsmodelle notwendig, um die Entwicklung der Geothermie voranzutreiben. „Besonders große Fortschritte bei der tiefengeothermischen Erschließung des Norddeutschen Beckens könnten durch die Weiterentwicklung der EGS-Technologie erzielt werden. Auch wenn das Projekt Genesys seine geplanten Ziele vorerst nicht erreicht hat, hat es mit einer erfolgreichen Frac-Operation mitten in Hannover einen wichtigen Beitrag zu dieser Entwicklung geliefert“, so BGR-Präsident Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel. Für die Geothermie führt der Weg zur Wirtschaftlichkeit nur über Innovation. Auf diese Weise kann die Geothermie einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung leisten, denn Erdwärme ist umweltfreundlich, grundlastfähig, krisensicher und praktisch unerschöpflich.

Die Bedeutung der Geothermie spiegelt sich auch in der Erfolgsgeschichte der Norddeutschen Geothermietagung wider. So betont Ralf Meyer, Geschäftsführer von hannoverimpuls: „Fünf Jahre Norddeutsche Geothermietagung mit dem Fokus auf innovative Lösungen zur wirtschaftlichen Anwendung zeigen das große Interesse von Unternehmen und Projektentwicklern an dieser Energie unter uns. Als zweitägige Veranstaltung bietet sie jetzt ausreichend Möglichkeiten, sich fachlich auf den neuesten Stand zu bringen und sich untereinander intensiv auszutauschen.“ Auch der Termin für die 6. Norddeutsche Geothermietagung steht bereits fest: Die Veranstaltung findet am 23. und 24. Oktober 2013 statt.

Medienvertreter sind herzlich zu der Veranstaltung im GEOZENTRUM Hannover eingeladen.

GEOZENTRUM Hannover

Im GEOZENTRUM Hannover arbeiten drei geowissenschaftliche Einrichtungen Seite an Seite: Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) und das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG). Insgesamt beraten hier rund 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Bundesministerien, nachgeordnete Behörden, EU, Wissenschaft und Industrie und die niedersächsische Landesregierung zu geowissenschaftlichen Fragestellungen.

hannoverimpuls GmbH

Gründung, Wachstum und Ansiedlung von Unternehmen in der Region Hannover sowie die strategische Steuerung der Tochtergesellschaften für Marketing, Tourismus, Fonds und Internet - das sind die Aufgaben und Ziele von hannoverimpuls. 2003 als Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft der Landeshauptstadt und Region Hannover gegründet, konzentriert sich das Unternehmen auf sechs Fokusbranchen, die für besonderes Wachstum, Arbeitsplatzpotenzial und Innovationskraft stehen: Automotive, Energiewirtschaft, Informations- und Kommunikationstechnologie, Kreativwirtschaft, Gesundheitswirtschaft, und Produktionstechnik.

Ansprechpartner:

Dr. Wolfgang Wirth, Tel.: 0511-643-3332,

E-Mail: Wolfgang.Wirth@lbeg.niedersachsen.de

Weitere Informationen:

http://www.norddeutsche-geothermietagung.de

Pressesprecher:

Andreas Beuge, Tel.: +49-(0)511-643-2679, Mobil: +49-(0)170-8569662,
E-Mail: Andreas.Beuge@lbeg.niedersachsen.de
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