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Gestein des Jahres 2017 gekürt: Ergussgestein macht unsere Straßen sicherer

22.12.2016


Es ist Winter, die Straßen sind feucht, das Unfallrisiko hoch. Autofahrer können schnell die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlieren und ins Schleudern kommen. Oft ist es einem 300 bis 450 Millionen Jahre alten Ergussgestein zu verdanken, dass die Reifen die Haftung nicht verlieren. Der Diabas, auch „Grünstein“ genannt, ist extrem hart und verleiht den Straßendecken einen guten „Grip“. Er macht unsere Straßen sicherer.

Jetzt haben der Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler und die Deutsche Geologische Gesellschaft – Geologische Vereinigung den Diabas zum Gestein des Jahres 2017 ernannt. Er wird seit Jahrhunderten abgebaut. Früher wurde der „Grünstein“ vor allem als Pflasterstein verwendet, heute in großen Mengen im Straßenbau, in der Asphalt- und Betonproduktion, als Schotter im Gleisbau, als Wasserbaustein im Wasserstraßenbau, als Grab- und Naturwerkstein oder Gesteinsmehl in der Landwirtschaft.

In Niedersachsen kommt Diabas an mehreren Stellen im Harz vor. Dort gab es früher viele kleine Steinbrüche in denen er in geringen Mengen abgebaut wurde. „Aktuell wird er nur noch in einem Steinbruch am Huneberg zwischen Torfhaus und Bad Harzburg als Zuschlagsstoff für den Straßen- und Gleisbau abgebaut“, so Dr. Heinz-Gerd Röhling vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG).

Die niedersächsischen Diabase sind vor etwa 300 bis 450 Millionen Jahren, im Erdzeitalter des Devon und des Karbon entstanden. Damals lag der Harz vollständig unter Wasser. Dehnungs- und Zerrungsprozesse in der Erdkruste führten dazu, dass über 1.000 Grad Celsius heißes Magma durch Risse aufsteigen, sich am Meeresboden ablagern und erstarren konnte. Durch Gebirgsbildungsprozesse gelangten diese alten magmatischen Gesteine später an die Erdoberfläche und sind heute vielerorts im Harz vorhanden.

Bei Diabas handelt sich also um ein sehr altes vulkanisches Ergussgestein. Es ist meist mittelkörnig und neben Feldspat-Einsprenglingen durch die Mineralien Chlorit und Epidot gekennzeichnet, die ihm die grüne Färbung verleihen. Diabase haben durch ihren typischen Mineralbestand eine Dichte von 3.000 Kilogramm je Kubikmeter. Sie treten in fast allen deutschen Mittelgebirgen – oftmals auch in Zusammenhang mit Eisenvererzungen – auf.


Kontakt: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Tel.: 0511 643 3086
E-Mail: info@lbeg.niedersachsen.de

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