Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie klar

Untersuchungen im Umfeld von Erdgasförderplätzen

Das LBEG führt seine Untersuchungen nach möglichen Bodenbelastungen im Umfeld von Erdgasförderplätzen mit einer systematischen Kampagne fort. Das Programm startete am 27.07.2015 in Bothel und umfasst alle Landkreise in denen sich aktive Förderplätze befinden.

Was wird untersucht?

Es wird untersucht, ob der Boden im Umfeld verschiedener Erdgasplätze mit Schadstoffen belastet ist. Die Untersuchungen entsprechen den rechtlichen Vorgaben der Bundes-Bodenschutzverordnung. Sie erstrecken sich auf mögliche Belastungen durch Schwermetalle, unterschiedliche Kohlenwasserstoffe, Dioxine und Furane. Außerdem wird die spezifische Radioaktivität untersucht.

Genau sind es folgende Parameter:

Arsen, Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Nickel, Zink, Quecksilber, Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) als Summe und als Einzelkomponenten, Kohlenwasserstoffe mit 10 bis 40 Kohlenstoffatomen (C10 - C40), Benzol, Toluol, Ethylbenzol, Xylol, Gesamtkohlenstoff (TOC), pH-Wert. An ca. 5% der Plätze werden zusätzlich Dioxine und Furane sowie die spezifische Radioaktivität (Pb-210, Bi-214, PB-214, Ra-226 aus der U-238 Zerfallsreihe, U-235, Ac-227 aus der U-235 Zerfallsreihe, Th-282, Ac-228, Pb-212, Bi-212, Tl-208 aus der Th-232 Zerfallsreihe) untersucht.

Warum wird untersucht?

Mit der Untersuchungskampagne verschafft sich das LBEG einen Überblick über die Auswirkungen der Erdgasförderung während der vergangenen Jahrzehnte. Es werden ggf. mögliche Bodenbelastungen identifiziert.

Wer führt die Untersuchungen durch?

Die Beprobung und Bewertung der Ergebnisse wird im Auftrag und unter Aufsicht des LBEG von der IGH (Ingenieurgesellschaft Grundbauinstitut Hannover), die Analytik von der EUROFINS Projektgruppe durchgeführt. Diese Unternehmen wurden im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung unter Berücksichtigung der fachlichen Qualifikation ausgewählt.

Wie wird untersucht?

Es werden Bodenproben entnommen. Die Entnahmetiefe und die Anzahl der Bodenproben richten sich nach der jeweiligen Flächennutzung (z.B. Wald, Wiese, Acker). Die Untersuchungen entsprechen den fachlichen Vorgaben der Bundes-Bodenschutzverordnung (BBodSchV). Sofern im Umfeld der Plätze entwässerungsrelevante Gräben bzw. Grabensedimente existieren, werden auch Sedimentproben entnommen.

Die Boden- und Sedimentproben werden anschließend vom beauftragten Labor analysiert. Danach werden die Analyseergebnisse vom Ingenieurbüro bewertet und dem LBEG zur Prüfung und ggf. weiteren Veranlassung (z.B. Detailuntersuchungen auf Kosten des jeweiligen Betreibers) vorgelegt.

An welchen Förderplätzen wird untersucht?

Zunächst werden Bodenuntersuchungen in der Umgebung von 200 Erdgasförderplätzen in Niedersachsen durchgeführt. Die Kampagne berücksichtigt alle Landkreise, in denen sich Erdgasförderplätze befinden. Neben dem Landkreis Rotenburg/Wümme sind das Standorte in den Landkreisen Aurich, Celle, Cloppenburg, Diepholz, Emsland, Grafschaft Bentheim, Heidekreis, Leer, Nienburg, Oldenburg, Vechta und Verden sowie in der Stadt Emden und der Region Hannover. Die Förderplätze wurden so ausgewählt, dass in jedem Landkreis ein ungefähr gleicher Anteil der insgesamt vorhandenen Förderplätze untersucht wird (ca. 40%). Aus den aktiven Förderbohrungen wurden die mit den potenziell längsten Förderzeiträumen ausgewählt. In dem Gebiet, in dem vom Epidemiologischen Krebskataster Niedersachsen (EKN) auffällige Werte festgestellt wurden (Landkreis Rotenburg/Wümme), werden die Untersuchungen verdichtet.

Wie viel kostet die Untersuchungskampagne?

Für das Programm wurden Kosten in Höhe von etwa 1,8 Millionen Euro kalkuliert. Sie werden vom Land Niedersachsen getragen. Sollten weiterführende Detailuntersuchungen notwendig sein, so muss dafür das jeweilige Unternehmen aufkommen.

Werden auch Versenkbohrungen untersucht?

Unter den 200 ausgewählten Erdgasförderplätzen sind auch acht Versenkbohrungen. Über Versenkbohrungen wird u.a. Lagerstättenwasser in den Untergrund eingeleitet.

Wird auch Grundwasser untersucht?

Bei den beschriebenen Untersuchungen handelt es sich um sogenannte „orientierende Untersuchungen" (Bodenschutzrecht). Wenn bei diesen Untersuchungen Auffälligkeiten festgestellt werden, folgen im nächsten Schritt sogenannte „Detailuntersuchungen". Dazu können dann auch Grundwasseruntersuchungen in der Nähe des entsprechenden Förderplatzes zählen.

Was passiert mit den Untersuchungsergebnissen?

Die Ergebnisse geben Aufschluss über einen möglichen Zusammenhang zwischen der Erdgasförderung und Bodenbelastungen. Sie werden bewertet und auf der Internetseite des LBEG veröffentlicht.

Wann ist mit den ersten Untersuchungsergebnisse zu rechnen?

Frühestens vier bis sechs Wochen nach Beginn der Kampagne und damit Anfang/Mitte September 2015. Die Untersuchungsergebnisse werden fortlaufend auf der Internetseite des LBEG veröffentlicht.

Welche Sanierungsmaßnahmen stehen bei erhöhten Werten an?

Mögliche Sanierungsmaßnahmen werden im Einzelfall in Abstimmung mit den vor Ort zuständigen Stellen (Träger öffentlicher Belange, wie z.B. Untere Bodenschutzbehörde) entschieden. In der Regel wird der belastete Boden ausgetauscht.

Wie wird ein möglicher Zusammenhang mit Krebsfällen untersucht?

Für die Ursachenforschung hat das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (MS) eine Landesarbeitsgruppe eingerichtet. Das LBEG arbeitet dieser Arbeitsgruppe zu.

Warum startet die Kampagne in Bothel?

Bei einer statistischen Auswertung von Krebsneuerkrankungen durch das Epidemiologische Krebskataster Niedersachsen (EKN) wurden in der Samtgemeinde Bothel erhöhte Werte festgestellt. Die vom MS eingerichtete Landesarbeitsgruppe untersucht die Ursache der auffälligen Werte.

Die Ergebnisse der Untersuchungskampagne fließen in die Ursachenermittlung ein.

Welche Funktion hat das LBEG bei der Untersuchungskampagne?

Das LBEG überwacht und koordiniert die Untersuchungen und die Kommunikation zwischen allen Beteiligten. Darüber hinaus wird das LBEG an 5% der zu untersuchenden Plätze eigene, ergänzende Untersuchungen durchführen.

Welche Behörden sind noch beteiligt?

Die Untersuchungskampagne wird im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (MW) sowie des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz (MU) durchgeführt. An der Entwicklung des Untersuchungsprogramms waren auch das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) und das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (MS) sowie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) und das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) sowie die vor Ort zuständigen Stellen (Träger öffentlicher Belange, wie z.B. Untere Bodenschutzbehörde) beteiligt.

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