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Boden in Gefahr? - Niedersächsischer Dialog zur „dünnen Haut der Erde“ gestartet

Böden sind unsere Lebensgrundlage. Sie sind unter anderem als Pflanzenstandort, Kohlenstoffspeicher und Filter für Schadstoffe ein Multitalent. Mehr als 60 % der niedersächsischen Landesfläche dienen zur landwirtschaftlichen Produktion und über 30 % sind Standort für unsere Wälder. Andererseits werden in Niedersachsen pro Tag rund 22 Fußballfelder Boden für neue Industrie-, Siedlungs- und Verkehrsflächen verbraucht – in einem Jahr sind das über 8000 Hektar. Böden müssen sich gegen Bodenerosion und -verdichtung stemmen. Sie puffern Einträge von Pflanzenschutz- und Arzneimittel sowie Gülle ab und werden dadurch teilweise stark belastet.

Um in Zukunft eine optimale Nutzung und einen nachhaltigen Umgang mit der Georessource Boden zu garantieren, haben der Präsident des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) Andreas Sikorski und der Präsident der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft, Prof. Dr. Georg Guggenberger von der Leibniz Universität Hannover, kürzlich den Dialog „Bodenkundliche Wissenschaft trifft bodenkundliche Praxis“ ins Leben gerufen.

Die erste Veranstaltung des Dialogs fand heute im Geozentrum Hannover unter Leitung des LBEG statt. Dabei diskutierten 25 ProfessorInnen von norddeutschen bodenkundlichen Hochschulinstituten, LeiterInnen bodenkundlicher Behörden sowie Ingenieur-Büros über Möglichkeiten der bodenkundlichen Forschung, die Ausbildung und Verwertung von Forschungsergebnissen in der Praxis. Ziel der Veranstaltung ist es, die bodenkundlichen Wissenschaften zukunftsorientiert aufzustellen und den Zugriff auf Bodeninformationen zu erleichtern.

„Nur wenn bodenkundliche Ausbildung, Forschung und Anwendung eng miteinander verzahnt sind, sind wir für die zukünftigen Herausforderungen, die auf den Boden zukommen werden, gut aufgestellt“, sagt LBEG-Präsident Andreas Sikorski, Organisator der Veranstaltung. „Eine anwendungsgerechte Bodenansprache im Gelände, problembezogene Untersuchungen und eine sachgerechte Maßnahmenplanung sind Grundvoraussetzung für einen guten Bodenschutz“, so Sikorski.

Die Praxis braucht eine gute bodenkundliche Ausbildung, qualifizierte Forschung und eine anwendungsorientierte Umsetzung. Darin sind sich die TeilnehmerInnen einig. So ist es für eine gute landwirtschaftliche Praxis wichtig, aussagekräftige Informationen über den Nährstoff- und Wassergehalt, die Porengröße, die Bodentemperatur etc. verfügbar zu haben. Nur in dem Dreiklang ist etwa bei Baumaßnahmen oder der Sanierung von Altlasten ein optimales Bodenmanagement möglich. Im Vordergrund stehen dabei ein pfleglicher Umgang mit dieser bedeutenden Georessource und die Erhaltung der Leistungsfähigkeit des Bodens.

„Es ist notwendig zwischen Ausbildung und Grundlagenforschung der Universität und der anwendungsorientierten Forschung und der Praxis stabile Brücken zu bauen“, unterstreicht Prof. Dr. Georg Guggenberger und hofft, dass der neue Dialog aktiv dazu beiträgt.

Es fand ein reger und offener Austausch statt. Erstmals wurden mit der Veranstaltung die anstehenden Probleme und mögliche Lösungsansätze aufgezeigt. In einem nächsten Schritt werden die Ergebnisse in einem Positionspapier zusammengefasst, dass zeitnah veröffentlicht wird.



Pressekontakt: Björn Völlmar, Tel.: 0511 643 3086,

E-Mail: presse@lbeg.niedersachsen.de, Internet: http://www.lbeg.niedersachsen.de


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