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Weltwassertag zum „unsichtbaren Schatz“: Das LBEG macht das Grundwasser sichtbar

Am morgigen Dienstag wird der Weltwassertag gefeiert. Dieses Jahr steht der vor 30 Jahren von den Vereinten Nationen ausgerufene Tag des Wassers unter dem Motto „Unser Grundwasser: der unsichtbare Schatz“. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) ist die Behörde in Niedersachsen, die diesen wertvollen Schatz sichtbar macht.

Grundwasserentstehung Bildrechte: LBEG
Grundwasser bildet sich aus den Anteilen von Niederschlägen, die in den Untergrund sickern.

86 Prozent des Trinkwassers in unserem Bundesland wird aus Grundwasser gewonnen. Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft benötigen Grundwasser als Brauchwasser. Es ist unser Lebensmittel Nummer eins und eine erneuerbare Ressource, auf die aber auch ein genaues Augenmerk gelegt werden sollte. Grundwasser ist Vielen bekannt, aber da es sich verborgen im Untergrund unter unseren Füßen bewegt und nur in Gewässern zutage tritt, ist es unsichtbar und abstrakt. Bilder und Karten des LBEG zeigen jedoch viele Informationen zu diesem wertvollen Gut unter unseren Füßen.

Was ist Grundwasser? Grundwasser ist unterirdisches Wasser, dass alle Hohlräume der Erdkruste zusammenhängend ausfüllt und dessen Bewegungsmöglichkeit ausschließlich durch die Schwerkraft bestimmt wird. Das Grundwasser bewegt sich im Untergrund in grundwasserführenden Schichten, den sogenannten Grundwasserleitern.

Wo ist das Grundwasser im Untergrund? In Niedersachsen kann sich Grundwasser in Poren-, Karst- und Kluftgrundwasserleitern bewegen. Das hängt von den Gesteinen des Untergrundes ab. In den Lockergesteinsgebieten in den flacheren Landesteilen fließt das Grundwasser in den Poren zwischen Sanden und Kiesen, im Bergland und im Harz fließt das Grundwasser am häufigsten in Klüften und Spalten, die sich in verfestigten Gesteinen gebildet haben. Über das ganze Land verteilt zeigen die Profilschnitte das LBEG, wo das Grundwasser in welchen Gesteinen fließt, wo grundwasserleitende aber auch hemmende Gesteine ausgebildet und wie mächtig diese im Untergrund sind. Diese hydrostratigrafischen Profilschnitte können auf dem NIBIS®-Kartenserver unter https://nibis.lbeg.de/cardomap3/?permalink=zs0uYqX abgerufen werden.

Hydrostratigrafischer Profilschnitt Bildrechte: LBEG
Hydrostratigrafische Profilschnitte zeigen, wo das Grundwasser in welchen Gesteinen fließt.

Wie entsteht das Grundwasser eigentlich und wieviel bildet sich neu? Grundwasser bildet sich aus Niederschlägen, die in den Untergrund sickern. An manchen Stellen bildet es sich auch aus Oberflächengewässern. In Niedersachsen entsteht das meiste Grundwasser aus Regenwasser oder dem Schnee von gestern. Beim Versickern ist die Schwerkraft entscheidend. Solange sich das Wasser auf seinem Weg in den Untergrund den Platz mit Luft teilt, kann man es Sickerwasser nennen. Ab da, wo das Wasser im Boden oder in den Gesteinen darunter der Luft keinen Platz mehr lässt, heißt es Grundwasser. Wenn das schon sehr nah an der Oberfläche ist, passt weniger neues Niederschlagswasser dazu. Es gibt wenig oder gar keine Neubildung von Grundwasser. Bei einem weiten Weg bis dahin können sich mehr als 500 Millimeter pro Jahr (also mehr als 500 Liter pro Quadratmeter und Jahr) neu bilden. Dabei kommt es auch darauf an, was für Boden durchsickert wird und ob zum Beispiel das Wasser über Drainagegräben eine Abkürzung direkt zum nächsten Oberflächengewässer nimmt. Außerdem verbraucht die Vegetation im Sommer einen großen Teil der Niederschläge. Im Durchschnitt sind es in Niedersachsen etwa 140 Millimeter Grundwasser pro Jahr, die sich neu bilden. Diese Karten können auf dem NIBIS®-Kartenserver unter https://nibis.lbeg.de/cardomap3/?permalink=1bbqqWBt abgerufen werden.

Wie wirkt der Klimawandel auf das Grundwasser? Die steuernden Einflussgrößen Niederschlag und Verdunstung werden sich mit dem Klimawandel verändern. Klimamodelle projizieren zunehmende Winter- und abnehmende Sommerniederschläge. Die generell ansteigende Temperatur wird dazu führen, dass sowohl im Winter als auch im Sommer die Verdunstung zunimmt. Wie sich die Menge der Grundwasserneubildung wo ändert kann für den Zeitraum 2071 bis 2100 im Vergleich zu dem Zeitraum 1971 bis 2000 auf dem NIBIS®-Kartenserver unter https://nibis.lbeg.de/cardomap3/?permalink=2laVMhYP abgerufen werden. Dabei wird deutlich, dass es Regionen mit geringer aber auch höherer Grundwasserneubildung gibt. Um langfristig fallenden oder steigenden Grundwasserständen entgegentreten zu können, werden derzeit mit vielen Beteiligten verschiedene, gebietsspezifische Wassermanagementkonzepte, die auf die fachlich fundierten Daten des LBEG zurückgreifen, erarbeitet.

Wie tief muss ich bohren, um an Grundwasser zu kommen? Wie tief unter unseren Füßen die Oberfläche des Grundwassers liegt, wo es also beginnt und dann den Untergrund erfüllt, ist in den verschiedenen Landschaften in Niedersachsen unterschiedlich. Für den oberen Hauptgrundwasserleiter erarbeitet das LBEG eine Karte, die zeigt, auf welcher Höhe die Oberfläche des mit grundwassererfüllten Raumes liegt. Die Karte zur Lage der Grundwasseroberfläche kann auf dem NIBIS®-Kartenserver unter https://nibis.lbeg.de/cardomap3/?permalink=D6uFtoX abgerufen werden.

Wohin fließt das Grundwasser? Die sogenannten Isolinien dieser Karte zeigen, dass und wie das Grundwasser angetrieben durch die Schwerkraft im Untergrund fließt. Im rechten Winkel zu den Isolinien bewegt das Grundwasser sich vom höheren Potenzial zum niedrigeren und entwässert dann über die Flüsse zur Nordsee.

Wie schmeckt Grundwasser? Mögen Sie es lieber süß oder salzig? Beim Wasser natürlich süß. Grundwasser kann in der Umgebung von Salzstöcken oder der Nordsee jedoch versalzt sein. Dieses Grundwasser wird nicht zur Trinkwassergewinnung verwendet. Wo die Versalzung entlang der Nordseeküste auftritt und in welcher Tiefe die Grenze zwischen Salz- und Süßwasser dort liegt, hat das LBEG untersucht, um unter anderem folgende Fragen beantworten zu können: Wie tief kann ein Brunnen sein, ohne dass er salzhaltiges Grundwasser erreicht? Bis zu welcher Tiefe erfüllt das Grundwasser die Gütekriterien der Trinkwasserverordnung? Es sind Fragen wie diese, die sich Privatpersonen oder Genehmigungsbehörden stellen. Antworten liefert die neue Karte der Grundwasserversalzung, die das LBEG kürzlich herausgegeben hat: https://nibis.lbeg.de/cardomap3/?permalink=1AaB3WZF.

Gibt es unterschiedliches Grundwasser? Ja! Das versickerte Regenwasser nimmt schon auf dem Weg durch den Boden und die ungesättigte Zone Stoffe der umgebenden Gesteine in sich auf und transportiert diese weiter mit sich. Im Grundwasserleiter setzten sich solche Lösungsprozesse fort, und das Grundwasser nimmt zum Beispiel die Mineralstoffe der durchflossenen Gesteine auf. So ergeben sich verschiedene Härtegrade von Trinkwasser in den verschiedenen Regionen von Niedersachsen. Für einzelne chemische Elemente, wie Eisen, Chlorid, Kalium, den pH- Wert und Sulfat können Mengen über die gelösten Stoffe in folgender Karte eingesehen werden: https://nibis.lbeg.de/cardomap3/?permalink=26SLdl2H

Alle Hauptinhaltsstoffe werden zusammen in einer Grafik dargestellt, diese Information kann unter folgendem Link abgerufen werden: https://nibis.lbeg.de/cardomap3/?permalink=ZUeWtY9.

Nur wer versteht, was Grundwasser ist, kann es auch schützen.

Weitere Infos:

Auf den Internetseiten des LBEG finden Sie noch weitere Informationen: https://www.lbeg.niedersachsen.de/boden_grundwasser/grundwasser/grundwasser-536.html

Auf den Seiten des Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz finden Sie noch weitere Informationen unter https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/themen/wasser/grundwasser/

Das Groundwater Project ist eine internationale Wissensplattform zum Thema Grundwasser: https://gw-project.org/

Pressekontakt: Eike Bruns, Tel.: 0511 643 2274, Björn Völlmar, Tel.: 0511 643 3086,

E-Mail: presse@lbeg.niedersachsen.de, Internet: http://www.lbeg.niedersachsen.de

Artikel-Informationen

erstellt am:
21.03.2022

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