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Gestein des Jahres 2020

Die Ausweisung des Gesteins des Jahres wurde im Jahr 2007 ins Leben gerufen und hat damit eine noch recht junge Tradition im Bereich der Geowissenschaften. Sie verfolgt das Ziel, einzelne Gesteine exemplarisch und hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung einer interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren. „Botschafter“ waren in den letzten Jahren der Diabas (2017), die Steinkohle (2018) und der Schiefer (2019).

Andesit ist das Gestein des Jahres 2020

Andesit ist ein vulkanisches Gestein und bildet sich entlang von Subduktionszonen, an denen eine schwerere ozeanische Platte unter die leichtere, zumeist kontinentale Platte in den Erdmantel abtaucht. In diesen Gebieten ist ein aktiver Vulkanismus ausgeprägt. Der Name „Andesit“ geht auf Leopold von Buch zurück und leitet sich aus seiner großen Verbreitung in der Gebirgskette der Anden in Südamerika ab. Andesit gehört zu den intermediären Vulkan-Gesteinen und bildet oft Schicht- oder Stratovulkane, wie z.B. den Fujiyama (Japan), den Merapi (Indonsien) oder den Mount St. Helens (USA). Andesite könne an der Oberfläche als Lavastöme, Lavadome, Ganggesteine und vulkanische Brekzien vorkommen.

Die in Deutschland bekannten Andesit-Vorkommen wurden zumeist im Permokarbon vor ca. 300 Mio. Jahren gebildet. Diese Zeit war durch einen intensiven Vulkanismus geprägt und so finden sich Andesite vorzugsweise dort, wo Gesteine aus dieser Zeit an der Oberfläche anstehen. Bekannte Vorkommen sind im Saar-Nahe-Gebiet, im Westerwald, im Thüringer Wald, im Bereich des Flechtinger Höhenzuges, in Sachsen (Vorerzgebirgssenke und in Nordwest-Sachsen) und im südöstlichen Bereich des Harzes (Ilfelder Becken) zu finden. In Niedersachsen sind an der Oberfläche keine Andesit-Vorkommen bekannt. Aus Tiefbohrungen der Kohlenwasserstoff-Industrie sind Andesite im tiefen Untergrund ( > 2 bis 4 km) von Niedersachsen bekannt. Andesite besitzen oft ein porphyrisches Gefüge, bestehend aus einer feinkristallinen Grundmasse, in der größere Kristalle oder sogenannte Einsprenglinge eingebettet sind. Die Einsprenglinge sind meist Plagioklase (Feldspäte) oder mafische (dunkle) Minerale wie Pyroxen, Amphibol, Biotit, aber auch Quarz oder Olivin. Durch hydrothermale Lösungen können vulkanische Gesteine häufig in ihrem Mineralbestand verändert werden und sehr unterschiedlich aussehen. Andesite können in verschiedenen Farbenvariationen von grau, schwarz, braun bis hin zu rötlichen und violetten Tönen auftreten.

Andesit besitzt eine hohe Festigkeit und Zähigkeit, ist äußerst witterungsresistent und wird seit der Antike als Baustein verwendet. Heute wird Andesit aufgrund seiner technischen Eigenschaften fast ausschließlich zu Brechprodukten wie z.B. Splitten, Wasserbausteinen, Gleisschottern sowie als Zuschlagstoff für die Herstellung von Beton und Asphalt verwendet. Derzeit befinden sich 17 Andesit-Steinbrüche in Deutschland im Betrieb. In Europa werden besondere Andesit-Vorkommen z.B. in Südtirol oder auf der Peloponnes-Halbinsel bei Sparta als Naturwerkstein abgebaut.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Poster "Andesit - Gestein des Jahres 2020", das zum Download in der Infospalte bereitsteht.

Poster zum Gestein des Jahres 2020

Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e.V.:

Artikel-Informationen

Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie
Stilleweg 2
30655 Hannover

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