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erstellt am:
23.04.2026
Wie wird man eigentlich Rohstoff-Expertin oder Geophysiker? Welche Jobs stecken hinter der Erforschung unseres Planeten? Und wie sieht der Arbeitsalltag in den Geowissenschaften aus?
Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhielten heute 60 Schülerinnen und Schüler beim Zukunftstag im GEOZENTRUM Hannover in Groß-Buchholz. Der Aktionstag im Rahmen des „Girls’Day, Boys’Day 2026“ war restlos ausgebucht. Die drei Einrichtungen im GEOZENTRUM – die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) sowie das LIAG-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) – öffneten dafür ihre Türen und gaben spannende Einblicke in ihre Arbeit.
Beim „Rohstoff-Check Niedersachsen“ erfuhren die Schülerinnen und Schüler, welche wertvollen Rohstoffe direkt vor ihrer Haustür vorkommen – von Salz über Erdöl bis zu Kiesen und Sanden – und welche Rolle diese für unseren Alltag und die Zukunft spielen. Wer wollte, konnte sich dabei direkt als angehende Rohstoff-Expertin oder -Experte versuchen. „Am besten hat mir gefallen, dass wir erfahren, wie wichtig die Rohstoffe aus unserer Region für den Alltag sind und wo sie überall drinstecken“, sagte eine Schülerin.
Eine Reise durch die Erdgeschichte bot die Station „Zeitreise mit Fossilien“. Hier wurden Gesteine entschlüsselt und mithilfe von Fossilien wie Ammoniten datiert. Die Teilnehmenden lernten, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergangene Lebenswelten rekonstruieren – und wurden selbst zu Fossilien-Detektivinnen und -Detektiven.
Im Geochronologie-Labor des LIAG ging es auf Spurensuche: „Ein Sandkorn packt aus“ zeigte eindrucksvoll, wie Forschende kleinste Hinweise nutzen, um große Fragen zu beantworten – etwa zur Klima- und Umweltgeschichte der Erde. Besonders eindrucksvoll waren die Untersuchungen von Proben unter Rotlicht in einem stockdunklen Raum, bei denen Lumineszenzsignale sichtbar gemacht wurden. Für staunende Blicke sorgten zudem Experimente mit Flüssigstickstoff: Dabei wurden Materialien innerhalb weniger Sekunden tiefgefroren, um Veränderungen ihrer Eigenschaften bei extrem niedrigen Temperaturen zu veranschaulichen.
Beeindruckend war auch der Bohrloch-Messtruck: Das augenzwinkernd als „größtes Thermometer Deutschlands“ bezeichnete Fahrzeug veranschaulichte, wie Forschende mit geophysikalischen Messsonden den Untergrund bis in mehrere Kilometer Tiefe untersuchen können. So helfen beispielsweise Daten zur Temperatur oder zur Wasserdurchlässigkeit des Gesteins dabei, Geothermie-Potenziale besser zu bewerten. „Ich fand den Bohrloch-Messtruck besonders spannend, weil dort deutlich wurde, wie viel Wissen und spezielle Technik nötig sind, um mehr über das Innere der Erde herauszufinden“, so ein Teilnehmer
Einblicke in die Tiefseeforschung erhielten die Schülerinnen und Schüler bei der Erkundung mariner Rohstoffe. In den Hallen der BGR konnten sie Technik zur Beprobung des Meeresbodens aus nächster Nähe erleben und mehr über die Arbeit auf den Weltmeeren erfahren.
Ein weiteres Highlight war der 3D-Flug durch eine geologische Salzstruktur. Hier wurde der Untergrund digital erlebbar gemacht – ein wichtiger Baustein für die Bewertung potenzieller Standorte zur Endlagerung radioaktiver Abfälle. Passend dazu informierte eine weitere Station über die sichere Lagerung solcher Abfälle in geologischen Formationen.
Dass die Erde ein dynamischer Planet ist, zeigte der Workshop „Ruheloser Planet Erde“. Die Teilnehmenden lernten, warum es Erdbeben gibt und wie sie lokalisiert werden können – inklusive praktischer Übungen und Live-Demonstrationen. Eine Schülerin der achten Klasse: „Ich fand es interessant zu sehen, wie Erdbeben überhaupt entstehen und wie man sie messen und orten kann. Ich kann mir vorstellen später auch dem Bereich zu arbeiten.“
Der Zukunftstag im Geozentrum Hannover zeigte, wie spannend und vielfältig die Geowissenschaften sind – und welche beruflichen Perspektiven sie bieten.
Infos zum GEOZENTRUM Hannover:
Das GEOZENTRUM Hannover im Stadtteil Groß-Buchholz beheimatet drei große geowissenschaftliche Einrichtungen: Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) und das LIAG-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG). Insgesamt arbeiten dort rund 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie forschen zu geowissenschaftlichen Fragestellungen und beraten Bundesministerien, nachgeordnete Behörden, EU, Wissenschaft und Industrie sowie die niedersächsische Landesregierung. Die Einrichtungen stehen für fachliche Unabhängigkeit, Qualität und Verlässlichkeit in allen geowissenschaftlichen Fragen. Der Zugang zum fachlichen Wissen und zum Austausch in den Angewandten Geowissenschaften ist dort in einer in Deutschland und teilweise international einmaligen Breite verfügbar und auf kurzem, direktem Wege möglich. Dadurch ergeben sich synergetische Kooperationen in der Forschung.
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