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Großes Interesse bei Kommunen und kommunalen Energieversorgern: LBEG informiert über Potenziale der Tiefengeothermie

Etwa 50 Teilnehmer, zum großen Teil Vertreter von Kommunen und kommunalen Energieversorgern, haben sich heute über die Möglichkeiten informiert, die die Tiefengeothermie in Niedersachsen bietet. In dem gut zweistündigen Online-Workshop haben Experten des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) aber auch der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und des Leibniz-Instituts für Angewandte Geophysik (LIAG) die Grundlagen und Potenziale der Energiegewinnung aus dem tiefen Untergrund vorgestellt.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann sagte zum Auftakt der Veranstaltung in einer Videobotschaft, dass sich die Experten schon seit langem einig sind, dass in manchen Gebieten Niedersachsens Erdwärme – der „Rohstoff“ der tiefen Geothermie – aus mehreren hundert bis mehreren tausend Metern Tiefe gewonnen werden könne. „Mit ihr könnten ganze Wärmenetze oder Einzelabnehmer mit großem Wärmebedarf wirtschaftlich versorgt werden“, so der Minister. „Aber erst wenn, wie bei diesem Workshop, Geothermieexperten mit kommunalen Energieversorgern und Vertretern von Städten und Gemeinden zusammenkommen, können aus den vorhandenen Potenzialen konkrete Projekte bei uns in Niedersachsen werden“, sagte Althusmann. Er wünsche sich, dass es nun zu solchen konkreten Projekten kommt.

LBEG-Präsident Carsten Mühlenmeier warb in seiner Begrüßung dafür, sich intensiv mit der Tiefengeothermie auseinanderzusetzen. Sie sei „eine Energiequelle, die unabhängig von Tageszeit und Witterung, nachhaltig und klimaschonend genutzt werden kann, direkt unter unseren Füßen“. Best-Practice-Beispiele nicht nur in Süddeutschland oder in den Niederlanden, sondern auch in Norddeutschland, konkret in Mecklenburg-Vorpommern, hätten gezeigt, wie Tiefengeothermie-Anlagen teilweise bereits seit Jahrzehnten zuverlässig klimaschonende Erdwärme liefern. Entscheidend dabei seien auch der Technologiefortschritt, der neue Perspektiven eröffne, sowie der Wille zu guten Projektideen, um die finanziell aufwendigen Vorhaben auf einen erfolgreichen Weg zu bringen. Der LBEG-Präsident wies ausdrücklich auch auf die Fördermöglichkeiten hin ­– die entsprechenden Bundesregelungen würden gerade überarbeitet.

Im Anschluss erläuterten die Experten zunächst die Grundzüge der Tiefengeothermie. Wie kann Erdwärme in mehreren hundert bis mehreren tausend Metern aufgesucht und gewonnen werden? Worauf ist bei der Planung und Umsetzung von Projekten zu achten – von den geologischen Voraussetzungen bis zu den rechtlichen Rahmenbedingungen? Das waren die Eingangsfragen, die die Fachleute den Workshop-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern darlegten. Anschließend erfuhren die Interessierten von Eigenschaften und Verbreitung geologisch besonders gut geeigneter Formationen. Insbesondere handelte es sich dabei um bestimmte Schichten der Ober- und Unterkreide sowie um Sandsteine des Doggers und des Rhät, die in Teilen Niedersachsens vorkommen.

Weitere Infos:

Die Erschließung von Tiefengeothermiepotenzialen begleitet das LBEG als Niedersächsischer Geothermiedienst (NGD) mit Kartenmaterial über geologische Formationen, die sich möglicherwiese besonders gut für die Gewinnung von Erdwärme aus mehreren hundert Meter Tiefe eignen. Bereits jetzt ist auf dem NIBIS®-Kartenserver die Kartenserie „Explorationsrelevante Sandsteine des Valanginium in Niedersachsen 1:500.000“ unter der Adresse https://nibis.lbeg.de/cardomap3/?permalink=2NZBIujp verfügbar. Demnächst folgt die Kartenserie über „Explorationsrelevante Sandsteine der Bückeberg-Gruppe in Niedersachsen im Maßstab 1:500.000“.

Pressekontakt: Eike Bruns, Tel.: 0511 643 2274, Björn Völlmar, Tel.: 0511 643 3086,

E-Mail: presse@lbeg.niedersachsen.de, Internet: http://www.lbeg.niedersachsen.de

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