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erstellt am:
12.03.2026
Das Jahr 2025 war zu trocken, darüber hatte das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) auch im Hinblick auf die Grundwasserneubildung bereits im Januar informiert. Mittlerweile hat sich der Winter weitgehend auf den Rückzug begeben, nachdem er gerade in Norddeutschland seit vielen Jahren mal wieder langanhaltenden Frost und Schnee gebracht hatte. Doch hat das darauffolgende Tauwetter für eine Verbesserung der Situation gesorgt?
Eine unmittelbare Antwort auf die aktuelle Situation des Bodenwasserhaushalts gibt der Niedersächsische Bodenfeuchteinformationsdienst (NIBOFID), den das LBEG entwickelt hat. Tagesaktuell und mit hoher Genauigkeit zeigt dieses Online-Tool für ganz Niedersachsen, wie sich in den jeweils zurückliegenden zehn Tagen die Bodenfeuchte entwickelt hat. Im NIBIS®-Kartenserver kann jede und jeder diese Daten einsehen. Die modellierten Bodenfeuchten im NIBOFID zeigen, wo die Böden derzeit trocken sind und wo es gerade so feucht ist, dass Sickerwasser entsteht. Dabei besticht der NIBOFID im Gegensatz zu bundesweiten Informationssystemen mit höher aufgelösten regionalen Daten und der Berücksichtigung des Einflusses von Grundwasser auf den Bodenwasserhaushalt.
Doch auch wenn der NIBOFID aktuell noch günstige Bodenfeuchten in einer Tiefe von 0 bis 60 Zentimetern in weiten Teilen des Landes anzeigt, übt sich Jan Bug, Bodenexperte beim LBEG, in Zurückhaltung. „Zwar haben die Winterniederschläge ausgereicht, um die Bodenwasserspeicher aufzufüllen, jedoch nimmt die Bodenfeuchte bereits früh im Jahr im Oberboden aufgrund der aktuellen Witterung wieder ab“, sagt er.
Die Pfützen Ende Februar sind trügerisch, da die Böden während der Frostphase tatsächlich nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen. Das folgende Tauwetter ging einher mit ergiebigen Niederschlägen, von denen die gesättigten und im Untergrund zum Teil noch gefrorenen Böden nicht profitieren konnten und somit viel Wasser über die Gräben und Bäche abgeflossen ist. „Nun sind wir in einer längeren Trockenphase mit sehr geringen Niederschlagsmengen seit Ende Februar“, so Bug.
„Es ist noch zu früh, um Auswirkungen der winterlichen Witterung auf die Grundwasserneubildung beobachten zu können“, erklärt Mithra-Christin Hajati, Hydrologin beim LBEG. Bis Niederschläge im Boden versickern und das Grundwasser anreichern, können je nach Untergrundbeschaffenheit längere Zeiträume vergehen. Allerdings rechnet die Expertin, die für die Landesbehörde im Niedersächsischen Kompetenzzentrum Klimawandel (NIKO) mitarbeitet, damit, dass die Grundwasserneubildung auch nach diesem Winter unterdurchschnittlich ausfallen kann. „Die Daten des Deutschen Wetterdienstes zeigen, dass die Niederschlagsmengen insbesondere im Dezember landesweit erheblich unter dem langjährigen Mittel lagen“, so die Hydrologin.
Das entspreche übrigens nicht dem Trend, erklärt sie weiter. Denn die Langzeitbeobachtungen seit 1932 und auch die Klimamodelle für die Zukunft würden zeigen, dass der Niederschlag in den Wintermonaten landesweit zugenommen hat und auch weiter zunehmen wird.
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